Leipzig | Vom 7. bis 9. Juni 2016 fand bereits zum neunten Mal die internationale Fachmesse und Konferenz für Polizei- und Spezialausrüstung „GPEC General Police Equipment Exhibition & Conference®“ statt. Aussteller, Besucher und Veranstalter zeigten sich zufrieden und zogen ein durchweg positives Fazit. „Mit einem deutlichen Zuwachs an Fachbesuchern und Ausstellern endete die GPEC in der Leipziger Messe am Donnerstag und zugleich auch zum letzten Mal an diesem Standort„, sagte Veranstalter Dr. Uwe Wehrstedt. An drei Tagen präsentierten sich den mehr als 6.600 Fachbesuchern aus über 50 Staaten rund 527 Aussteller aus 32 Staaten. Den behördlichen Sicherheitsexperten wurden die neuesten Entwicklungen u. a. aus den Bereichen Bekleidung, Körperschutzausstattung, ballistischer Schutz, Einsatzinformationssysteme, IT-Sicherheit und forensische IT, ABC-Schutz, Kampfmittelbergung und -beseitigung, Fahrzeug- und Verkehrstechnik (Land, Luft, See), Nichtletale Wirkmittel, Selbstverteidigungsmittel, Waffen, Pyrotechnik, Munition sowie Notfall-, Rettungs- und Sanitätsausrüstung gezeigt.

Neue Mercedes Sprinter als GruKW für die Polizei

Mit der Eröffnung der GPEC übergab Kersten Trieb, Leiter Behörden- und Sonderfahrzeuge im Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland, symbolisch den Fahrzeugschlüssel des neuen Mercedes Benz Sprinter 516 CDI an den Inspekteur der Bereitschaftspolizeien im Bundesministerium des Innern Wolfgang Lohmann. Der neue Polizei-Van wird künftig den Mercedes-Benz Vario als neuen Gruppenkraftwagen der Bereitschaftspolizei ersetzen. Nach 10 Jahren im Polizeidienst verlässt der Vario – das legendäre Kult-Modell – nun den öffentlichen Dienst.

Kersten Trieb, Leiter Behörden- und Sonderfahrzeuge Mercedes-Benz übergibt symbolisch den Fahrzeugschlüssel an en Inspekteuer der Bereitschaftspolizeien im Bundesministerium des Innern Wolfgang Lohmann. (v.l.) | Foto: © GPEC/Tomas Moll
Kersten Trieb, Leiter Behörden- und Sonderfahrzeuge Mercedes-Benz übergibt symbolisch den Fahrzeugschlüssel an en Inspekteuer der Bereitschaftspolizeien im Bundesministerium des Innern Wolfgang Lohmann. (v.l.) | Foto: © GPEC/Tomas Moll

Die Bundespolizei und die Bereitschaftspolizeien der Länder modernisieren ihre Fahrzeugflotten und nehmen den neuen Mercedes-Benz Transporter in ihre Fuhrparks auf. Seit 2006 wurden bereits mehr als 1.000 Mercedes-Benz Sprinter an die Polizei ausgeliefert, sagte Kersten Trieb. Aktuell erhalten die Polizei Berlin und Hamburg den modernen Blaulicht-Transporter mit passiven Fahr-Assistenzsystemen wie beispielsweise der Seitenwind-Assistent (serienmäßig) und auch eine Siebengang-Wandlerautomatik. Dank ergonomischer Sitze, Klimaanlage und Heizung im Fahrgastraum eignet sich der neue Dienstwagen auch als mobiler Aufenthaltsraum für die Einsatzkräfte. Im Ernstfall können die Beamten blitzschnell durch die Schiebetüren an beiden Seiten ein- und aussteigen. Neben Sicherheit und Komfort zeichnet sich der neue Sprinter vor allem durch seinen niedrigen Kraftstoffverbrauch ab 6,3 l/100 km aus und ist mit 165 g CO2/km umweltschonend unterwegs.

Symbolische Übergabe der Mercedes Sprinter an die Polizei | Foto: © GPEC/Tomas Moll
Symbolische Übergabe der Mercedes Sprinter an die Polizei | Foto: © GPEC/Tomas Moll

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Parallel zur GPEC fand die vom Polizeitechnischen Institut (PTI) der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) veranstaltete dienstliche Fachkonferenz Waffen- und Gerätewesen statt. Diese wird ab sofort im jährlichen Wechsel auf der Enforce Tac und GPEC abgehalten.

Ergänzt wurde die Messe durch Fachvorträgen von Behörden und Ausstellern, Fachtagungen, Seminaren und Workshops sowie praktische Präsentationen. Im Blaulicht-Forum „Einsatz und Ausrüstung“ referierte u. a. der Polizeidirektor und Kommandeur der GSG 9 der BPol, Jérôme Fuchs über die Aufgaben und den Einsatz deutscher Polizeieinheiten (GSG 9 & SEK B-W) im ATLAS-Verbund der europäischen Spezialeinheiten.

LESEN SIE HIER MEHR ZUR GSG 9 IM ATLAS-VERBUND

Der Kommandeur des KSK Brigadegeneral Dag Knut Baehr auf der GPEC 2016 in Leipzig | Foto: © GPEC/Tomas Moll
Der Kommandeur des KSK Brigadegeneral Dag Knut Baehr auf der GPEC 2016 in Leipzig | Foto: © GPEC/Tomas Moll

Welche Aufgaben und Ausrüstungsanforderungen hingegen bei der Bundeswehr und deren Spezialeinheit Kommando Spezialkräfte auftreten, darüber sprach der Kommandeur des KSK Brigadegeneral Dag Knut Baehr. Das auch Deutschlands zweitjüngste Spezialeinheit die ZUZ nicht weniger schwierige Aufgaben und Einsatzlagen hat, dass berichtete der Kommandoführer der Zentralen Unterstützungsgruppe Zoll, Marco Müller dem interessierten Publikum. „Die Hauptaufgabe der ZUZ ist es, die Zollfahndungsbeamten in Situationen zu schützen, in denen ihr Einsatz mit besonders hohen Risiken verbunden ist. Wir verstehen uns als Dienstleister innerhalb der Zollverwaltung. Dabei geht es nicht um den Einsatz von Gewalt, vielmehr wird nach intelligenten Lösungen gesucht„, erklärte Müller in Leipzig. Das der Zoll nicht nur schmutzige Wäsche bei Gepäckkontrollen der Passagiere am Flughafen durchsucht und die KFZ-Steuer erhebt, dass zeigt die Jahresbilanz 2015 – wir berichteten.

Marco Müller Kommandoführer ZUZ und Jérôme Fuchs Kommandeur GSG 9 BPol auf der GPEC 2016 in Leipzig. (v.l.) | Foto: © GPEC/Tomas Moll
Marco Müller Kommandoführer ZUZ und Jérôme Fuchs Kommandeur GSG 9 BPol auf der GPEC 2016 in Leipzig. (v.l.) | Foto: © GPEC/Tomas Moll

Besonders der Kampf gegen illegale und gefälschte Arzneimittel war einer der Aufgabenschwerpunkte des Zolls im vergangenen Jahr. Es gelang den Fahndern, die sichergestellte Menge an Tabletten mit 3,9 Millionen Stück gegenüber 2014 annähernd zu vervierfachen. Im Bereich der Rauschgiftkriminalität und illegalen Waffenhandel richteten sich die geführten Ermittlungsverfahren dabei zunehmend gegen größere kriminelle Strukturen und Verteilerbanden, die vor Gewalt oftmals nicht zurückschrecken.

LESEN SIE HIER: ZUZ UND SEKs IM KAMPF GEGEN DIE OK

Verstärkung für die ZUZ

Da es aufgrund der ähnlich hohen EAV-Anforderungen wie bei den Spezialeinsatzkommandos der Polizei schwierig ist Nachwuchs zu gewinnen, freut sich Müller und sein Team um so mehr, dass es nun fünf Bewerber geschafft haben und seit April in der ZUZ tätig sind. Gemeinsam mit Kollegen der Landespolizei Niedersachsen absolvierten die Bewerber erfolgreich ihre SEK-Ausbildung. In diesem Jahr werden erstmals Anwärter der ZUZ ihre Ausbildung mit dem SEK Sachsen-Anhalt beginnen.

Innenminister und Inspekteure besuchen GPEC

Am Dienstagnachmittag besuchte der Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns, Lorenz Caffier (CDU) gemeinsam mit seinem Inspekteur der Polizei den Leitenden Polizeidirektor Wilfried Kapischke die Fachmesse in Leipzig. Während des Messerundgangs informierten sie sich bei den Ausstellern über neue Produkte, Ausrüstungsgegenstände sowie Fahrzeuge für Sicherheitskräfte.

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1. Besuch beim Aussteller MK Technology

Foto: © Tomas Moll

Inspekteur Kapischke (l.) und Minister Caffier (m.) informieren sich über balistische und stichhemmende Schutzwesten am Messestand der Firma MK Technolgy.

2. Besuch beim Aussteller MK Technology

Foto: © Tomas Moll

Dort wird die Körperschutz-Lösung und Kombination von Schlag- und Stichschutz gegen scharfe und spitze Gegenstände demonstriet.

3. Besuch beim Aussteller MK Technology

Foto: © Tomas Moll

Sämtliche Schutzkomponenten sind skalierbar und lassen sich je nach Bedarf schnell und einfach ändern, ergänzen oder entfernen um die individuellen Anforderungen an die Schutzklasse einzelner Körperregionen anzupassen.

4. Besuch beim Aussteller MK Technology

Foto: © Tomas Moll

Auch massive spitze Gegenstände wie z. B. Ice Picks können den Körperschutzwesten nichts anhaben.

5. Besuch beim Aussteller MK Technology

Foto: © Tomas Moll

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Die LED Lenser T7.2 LED Taschenlampe

7. Besuch beim Aussteller Mercedes Benz

Foto: © Tomas Moll

Sehr interessiert ließ sich Minister Caffier die neue Mercedes B-Klasse mit Elektroantrieb erklären. Die Polizei Sachsen hat bereits 24 Fahrzeuge des Typs in den aktiven Polizeidienst aufgenommen.

8. Besuch beim Aussteller Mercedes Benz

Foto: © Tomas Moll

Erstmalig stellt Mercedes-Benz die neue E-Klasse 220 d Limousine als Polizei-Sondereinsatzfahrzeug dem Publikum vor. Das integrierte Intelligent Drive Fahrassistenzpaket sorgt durch teilautomatisiertes Fahren für mehr Komfort im Straßenverkehr. Sensoren, Kameras und Assistenzsysteme erfassen die Fahrsituation und erkennen Gefahren so schon im Vorfeld.

9. Besuch beim Aussteller Mercedes Benz

Am 07.06.2016 startete im Messezentrum Leipzig Europas größte Spezialmesse für Behörden die GPEC. An drei Tagen präsentieren Aussteller Ausrüstungsgegenstände für Polizei und Militär. Foto: © Tomas Moll

Innenminister Lorenz Caffier und der Inspekteur der Polizei Kapischke lassen sich die neuen umfangreichen Sicherheitsfeatures der E-Klasse für maximale Sicherheit im täglichen Polizeieinsatz ausführlich erklären.

10. Besuch beim Aussteller Mercedes Benz

Foto: © Tomas Moll

Die Daimler AG präsentierte sich auf der GPEC 2016 mit den Marken Mercedes-Benz und smart als Full-Line-Anbieter für Einsatzfahrzeuge der Polizei und stellt das Thema Konnektivität in den Fokus des Messeauftritts.

11. Besuch beim Aussteller Mercedes Benz

Foto: © Tomas Moll

Innenminister Caffier überzeugte sich vom Einsatzmittel smart.

Titanhelm „Harley“ löst Lord Helmchen ab

Die Firma Ulbrichts Protection war mit einem neu gestalteten Messestand auf der internationalen Fachmesse für Polizei- und Spezialausrüstung GPEC in Leipzig vertreten und im Mittelpunkt der Präsentation standen ballistische Titanhelme, die speziell für Streifenpolizisten bei Bedrohungen durch Terror- oder Amoklagen entwickelt wurden.
An verschiedenen Stationen des Messestandes wurde dem Publikum die Entwicklung der ballistischen Schutzhelmen aus Titan und der Unterschied zu Aramid-Helmen erklärt. Inspekteur Kapischke nutzte die Gelegenheit um den für Streifenpolizisten entwickelten Ulbrichts Titanhelm HOPLIT F Probe zu tragen. Dabei wurde schnell klar, der HOPLIT F ist der optische „Harley“ unter den Titanhelmen und mögliche Nachfolger des HOPLIT C alias „Lord Helmchen“.

Inspekteur Kapischke am Ulbrichts Messestand | Foto: © Tomas Moll
Inspekteur Kapischke am Ulbrichts Messestand | Foto: © Tomas Moll

LESEN SIE HIER: ULBRICHTS STATTET POLIZEI HESSEN AUS

Titanhelme bieten aufgrund ihrer großen Schutzfläche wirksamen Schutz gegen direkten Kugelbeschuss, zum Beispiel aus einer Maschinenpistole. Zudem nimmt Titan die beim Stoppen des Projektils übertragene Restenergie optimal auf. So wird ein gefährlicher Trauma-Effekt beim Helmträger durch das Einklappen des Materials nach innen verhindert. Alle ULBRICHTS-Titanhelme sind nach der Technischen Richtlinie (TR) „Gesamtsystem Ballistischer Schutzhelm“ zertifiziert.

Innenminister Caffier am Messestand der Firma Ulbrichts Protection | Foto: © Tomas Moll
Innenminister Caffier am Messestand der Firma Ulbrichts Protection | Foto: © Tomas Moll

Schirmherr Caffier besucht Baltic Shooters

Auf eigenen Wunsch besuchte der Minister für Inneres Lorenz Caffier (CDU) den Messestand der „Baltic Shooters“ aus Teterow (M-V). Das Team um Schießtrainer und Ausbilder Frank Thiel bot auf der GPEC das taktische Carshooting mit Kurz- und Langwaffe an. Ziel dieser Ausbildung war das Vermitteln von Bewegungsabläufen, Schießtechniken und Taktiken sowie der sichere Umgang mit der Kurz- und Langwaffe im und am Fahrzeug. Doch Thiel und Minister Caffier verbindet mehr. Bereits zum achten Mal veranstalten die Baltic Shooters gemeinsam mit dem SEK M-V den Special Forces Workshop für Schießtrainer von Spezialeinheiten im Juli und Caffier hat auch dieses Jahr wieder die Schirmherrschaft übernommen.

Innenminister Caffier zu Besuch am Stand der Baltic Shooters | Foto: © Tomas Moll
Innenminister Caffier zu Besuch am Stand der Baltic Shooters | Foto: © Tomas Moll

Der 8. SFW für Spezialeinheiten findet vom 25. – 27. Juli in Güstrow in Zusammenarbeit mit dem SEK M-V statt und ist bereits jetzt ausgebucht. „Teams aus rund 10 Staaten werden dieses Jahr teilnehmen„, sagte Thiel gegenüber SEK-Einsatz.de.

LESEN SIE AUF SEITE 2 „Innenmister Ulbig auf der GPEC und das waren die Messehighlights“