Mutmaßlicher IS-Unterstützer durch MEK festgenommen

Mit falschen Personalien hielt sich der Festgenommene in einer Asylunterkunft auf.

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[dropcap]S[/dropcap]tuttgart | Am gestrigen Dienstag nahmen Ermittler des LKA mit Unterstützung eines Mobilen Einsatzkommandos (MEK) des Präsidiums Einsatz in einer Asylbewerberunterkunft im Landkreis Ludwigsburg einen terrorverdächtigen 21-jährigen Marokkaner fest. Die Festnahme erfolgte aufgrund eines europäischen Haftbefehls der spanischen Behörden und in enger Kooperation mit diesen und dem BKA.

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Nach den Erkenntnissen der spanischen Ermittler soll der Festgenommene Teil des Rekrutierungsapparates der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) sein. Er soll in Spanien als Kontaktperson für Personen, die nach Syrien oder in den Irak reisen wollen, fungiert haben. Anfang Juli 2015 habe er außerdem angekündigt, selbst nach Syrien zu reisen, um sich dort dem IS anzuschließen. In sozialen Netzwerken hatte der 21-Jährige auch die Absicht geäußert, einen Terroranschlag gegen Spanien oder spanische Einrichtungen verüben zu wollen.

Der 21-Jährige wird heute dem zuständigen Amtsrichter vorgeführt, der über den Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart auf Erlass einer Festhalteanordnung zu entscheiden hat.

Nach den Erkenntnissen der LKA-Ermittler hielt sich der Festgenommene im Landkreis Ludwigsburg unter Falschpersonalien als Asylbewerber auf. Die LKA-Ermittler gehen davon aus, dass er dies tat, um unterzutauchen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart leitete auf Grund dieser Umstände ein Ermittlungsverfahren gegen den Festgenommenen wegen verschiedener Delikte ein.

Erst am Montag warnten die Inneminister von NRW und Bayern vor einer Radikalisierung gewaltbereiter Salafisten im Internet.