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Stuttgart | Unter der Leitung des Landeskriminalamtes (LKA) Baden-Württemberg durchsuchten heute Morgen über 100 Einsatzkräfte zeitgleich 13 Wohnungen und Geschäftsräume in Stuttgart, Fellbach und Konstanz. „Hierbei wurde ein 22-jähriger Deutscher festgenommen, der dem Haftrichter vorgeführt wird“, sagte ein LKA Sprecher. Bereits am 3. November 2016 waren im Zuge dieses Ermittlungsverfahrens in Stuttgart und Neu-Ulm/Bayern zwei Kroaten im Alter von 32 und 41 Jahren, eine 40-jährige Kroatin und eine 22-jährige Deutsche festgenommen worden.

Die festgenommenen Beschuldigten sollen Mitglieder oder Unterstützer der rockerähnlichen Gruppierung „United Tribuns“ sein. Die Ermittler werfen den Beschuldigten vor, mehrere Frauen durch Drohung und Gewaltausübung zur Prostitution gezwungen haben. Dabei schüchterten die Rocker ihre weiblichen Opfer insbesondere durch ihre Gewaltbereitschaft und Zugehörigkeit zu der rockerähnlichen Gruppierung United Tribuns ein.

Frauen über Internet zum Sex angeboten

Ermittlungen des LKA zufolge, wurden die Frauen über einschlägige Internetplattformen angeboten und mussten in Bordellen, Terminwohnungen und Hotels in ganz Deutschland der Prostitutionstätigkeit nachgehen. Hierbei sollen die Beschuldigten die Internetprofile der Prostituierten überwacht, Termine mit Freiern vereinbart und die Preise für Prostitutionsleistungen festgelegt haben. Die Einnahmen aus ihrer Prostitutionstätigkeit mussten die Frauen zum größten Teil abgeben. „Eine Unterbrechung der Tätigkeit bei Krankheit oder Schmerzen gestatteten die Beschuldigten nicht“, so ein LKA-Beamte.

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Die Durchsuchungen und Festnahmen erfolgten im Zuge eines Ermittlungsverfahrens des Landeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft Stuttgart, Abteilung Organisierte Kriminalität, wegen des Verdachts des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, der Zuhälterei und Vergewaltigung. Bereits bei einer Razzia in einem Großbordell in Leinfelden-Echterdingen im November 2014 hatten sich erste Hinweise auf die jetzt Festgenommenen ergeben, die das LKA in einer Ermittlungsgruppe gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Stuttgart aufgearbeitet hat. An den Maßnahmen waren außer LKA-Ermittlern auch Spezialeinsatzkräfte (SEK) des Polizeipräsidiums Einsatz und ein Staatsanwalt beteiligt.

Bei den Durchsuchungsmaßnahmen stellten die Ermittler umfangreiches Beweismittel, darunter Computer, Datenträger, Smartphones, Geschäftsunterlagen und typische Rockerinsignien sicher.

Die Auswertung der Beweismittel sowie Ermittlungen gegen weitere Verantwortliche der rockerähnlichen Gruppierung dauern an. Nach deren Vorführung beim Haftrichter wurden drei Haftbefehle in Vollzug gesetzt.