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[dropcap]B[/dropcap]erlin | Am frühen Dienstagmorgen wurde die Polizei wegen einer Schlägerei zu einem Wohnhaus nach Schöneberg gerufen. In dem Haus an der Grunewaldstraße hatten nach Zeugenaussagen vier Personen versucht in eine Wohnung einzudringen. Bei der Gegenwehr wurde einer der elf Personen aus der Wohnung, ein 25-Jähriger, seinen eigenen Angaben zur Folge, von einem der Angreifer mit einem schusswaffenähnlichen Gegenstand bedroht. Ein weiterer Zeuge hatte bei diesem Mann noch ein Messer an dessen Hosengürtel gesehen. Noch bevor die Polizisten eintrafen, waren die vier Männer, ohne in die Wohnung eingedrungen zu sein, aus dem Hausflur geflüchtet. Zeugenaussagen und weitere Ermittlungen ergaben, dass der Verdächtige zu der Bedrohung in eine andere Wohnung geflüchtet war.

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Das Haus ist seit Monaten in den Schlagzeilen, da es durch Flüchtlinge und Familien aus Rumänien und Bulgarien völlig überbelegt und verwahrlost ist. Auch sollen dort Frauen zur Prostitution gezwungen und durch ihre Zuhälter geschlagen und „gefügig“ gemacht werden, wie die Berliner Morgenpost erfahren haben will.

Um eine weitere Gefahr für Dritte auszuschließen, wurde ein Spezialeinsatzkommando (SEK) aus Brandenburg angefordert, da die Berliner Kollegen mit den Vorbereitungen für eine Großrazzia – SEK-Einsatz.de berichtete – beschäftigt waren.
Die SE-Kräfte aus Brandenburg verschafften sich gewaltsam Zutritt zur Wohnung und nahmen einen 26-jährigen Tatverdächtigen fest. Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung, in der sich auch eine 31-jährige Frau mit fünf Kindern befand, endeckten Polizisten ein Messer in einem Versteck. „Eine Schusswaffe wurde nicht gefunden“, wie ein Polizeisprecher sagte.

Der 26-Jährige wurde zur erkennungsdienstlichen Behandlung einer Wache zugeführt und anschließend auf freien Fuß gesetzt. Die drei anderen Verdächtigen konnten unerkannt entkommen.