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Berlin/NRW/Niedersachsen | Am frühen Donnerstagmorgen durchsuchten hunderte Polizisten vier Wohnungen, zwei Flüchtlingsunterkünfte und zwei Betriebe in drei Bundesländern.
„Die Ermittlungen richten sich gegen vier Personen der jihadistischen Szene wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“, teilte die Polizei Berlin mit. Den in enger Kooperation mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz, dem Bundeskriminalamt, der Generalstaatsanwaltschaft Hamm und den Ländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen geführten Ermittlungen liegt der Vorwurf zugrunde, dass die vier algerischen Männer möglicherweise an der Planung von Gewalttaten in Deutschland beteiligt sind und Kontakte zur Terrorgruppierung „IS“ haben. Einer von ihnen wird wegen Zugehörigkeit zum „IS“ auch von den algerischen Behörden gesucht. Er ist nach dem Ergebnis der Ermittlungen in Syrien militärisch ausgebildet worden.

Spezialeinheiten im Einsatz

In Berlin durchsuchten rund 450 Einsatzkräfte – darunter auch Spezialeinheiten der Polizei – insgesamt vier Wohnungen in den Bezirken Kreuzberg und Tempelhof sowie zwei Betriebe in Mitte.
„Bei den heutigen Maßnahmen wurden bislang zwei Männer und eine Frau aufgrund bestehender Haftbefehle – in anderer Sache festgenommen“, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich.

Hauptverdächtiger im Sauerland festgenommen

Den 35-jährigen Hauptverdächtigen konnten Polizeibeamte in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im sauerländischen Attendorn festnehmen. Ein 26-jähriger algerischer Staatsangehöriger wurde in einer Flüchtlingsunterkunft in Isernhagen vorläufig festgenommen.
Bei den erfolgten Durchsuchungen wurden unter anderem Computer, Mobiltelefone und Aufzeichnungen sichergestellt, deren Auswertung andauern.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) Foto: Archiv / © Tomas Moll
Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) Foto: Archiv / © Tomas Moll

Berlins Innensenator Frank Henkel erklärt zu den heutigen Durchsuchungen in der Islamistenszene in mehreren Bundesländern:

Die Bedrohungslage durch militante Islamisten bleibt hoch. Wir haben weiterhin allen Grund, wachsam und vorsichtig zu sein. Deshalb ist ein konsequentes Vorgehen gegen die Islamistenszene geboten. Vor allem, wenn es um mögliche IS-Bezüge geht. Die Aktivitäten der Szene werden von uns sehr intensiv und behördenübergreifend begleitet.

Bevor wir weitere Schlüsse ziehen können, müssen wir die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und die Auswertung der sichergestellten Objekte abwarten.