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[dropcap]B[/dropcap]erlin | In der Nacht von Freitag auf Samstag (09.05.2015) kam es auf dem U-Bahnhof Klosterstraße in Berlin zu einem versuchten Tötungsdelikt. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei wurden zwei 24 und 25 Jahre alte Männer mongolischer Herkunft zunächst auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz von einer circa neunköpfigen Personengruppe heraus aufgrund ihres asiatischen Aussehens rassistisch beleidigt. Fünf Personen folgten den beiden Opfern auf den U-Bahnsteig und setzten ihre Beleidigungen fort. „Dabei hielt einer der Täter bereits ein Messer in der Hand und bedrohte die Geschädigten“, wie ein Polizeisprecher sagte.

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Während der U-Bahnfahrt der Linie 2 bedrängten die Täter die Beiden, schubsten und beleidigten sie. Nur eine Station vom Alexanderplatz entfernt, am U-Bahnhof Klosterstraße, drängte die fünfköpfige Tätergruppe die beiden Männer schließlich aus der Bahn, trat und schlug auf sie ein. Im weiteren Verlauf stach einer der Angreifer dem durch die Angriffe bereits erheblich geschwächten 25-Jährigen mit einem Messer in den Bauch. Anschließend stieß ein weiterer Täter den schwer Verletzten in das Gleisbett der U-Bahn. Als der Freund des Opfers aus dem Gleisbett heraus Steine auf die Angreifer warf, flüchtete die Gruppe zunächst unerkannt aus dem U-Bahnhof. Nur durch zwei Notoperationen konnte dem 25-Jährigen das Leben gerettet werden.
Staatsanwaltschaft und Polizei gehen davon aus, dass die Tatverdächtigen mit „gemeinsamen Tatentschluss“ gehandelt haben.

Durch die Auswertung der Videoaufzeichnungen vom U-Bahnhof konnten die Ermittler der Polizeidirektionen 3 und 4 die fünf polizeibekannten Tatverdächtigen identifizieren. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ ein Ermittlungsrichter Haftbefehle gegen vier Tatverdächtige im Alter zwischen 18 und 20 Jahren. Am heutigen Donnerstagmorgen wurden diese vollstreckt. Zwei Tatverdächtige – einen 18 Jahre alten Mann aus Georgien sowie ein 19-jähriger Deutscher mit libanesischen Wurzeln – konnten Polizeibeamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) überwältigen und festnehmen. Nach den beiden noch flüchtigen 18 und 20 Jahre alten Tatverdächtigen aus dem Libanon wird derzeit noch gefahndet. Bei einem 14-Jährigen deutschen Mittäter aus dem Kosovo wurde die Wohnung durchsucht.

Die Festgenommen sollen einem Ermittlungsrichter zur Verkündung der Haftbefehle noch heute vorgeführt werden.