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[dropcap bgcolor=“#1e73be“]B[/dropcap]erlin | Für die einen ist es „die“ nichttödliche Waffe zur Überwältigung des renitenten polizeilichen Gegenübers, für seine Kritiker eine gefährliche Waffe mit Stromschlägen: die Distanz-Elektroimpulswaffe kurz Taser. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Oliver Malchow verbindet mit dem Taser eine Art „Folter“ und kann sich aktuell nicht vorstellen das Gerät an jeden Streifenpolizisten als Einsatzmittel auszuhändigen. Rainer Wendt – Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) – sieht den Taser als eine sinnvolle Ergänzung im täglichen Polizeidienst.
In Berlin wurde der Taser durch den ehemaligen Leiter der Spezialeinheiten Berlin Polizeidirektor a.D. Martin Textor bereits vor vielen Jahren erfolgreich eingeführt und befindet sich auch nach rund 15 Jahren offiziell noch im Probebetrieb.

Der "neue" TaserX2 | Foto: © Tomas Moll
Der „neue“ TaserX2 | Foto: © Tomas Moll

Am gestrigen Montagabend erwies sich der Taser erneut als sinnvolles Einsatzmittel, als ein SET des SEK Berlin einen Suizidenten von seinem Vorhaben abhalten und ihn anschließend überwältigen konnte. Gegen 21.40 Uhr verletzte sich ein 33-jähriger Mann zunächst auf einer Station der Klinik in der Wenckebachstraße selbst mit einer Rasierklinge und drohte, sich das Leben zu nehmen. Einsatzkräfte der Polizei versuchten den Mann von seinem Vorhaben abzuhalten und redeten auf ihn ein. Als er trotz der Versuche der Beamten sich die Rasierklinge an den Hals hielt und weiter drohte, setzten die Beamten Pfefferspray ein, welches den Mann jedoch nicht sonderlich beeindruckte. Daraufhin riefen die Beamten das Spezialeinsatzkommando (SEK) zum Einsatzort.

33-Jähriger droht mit Rasierklinge SEK-Beamten

Nach weiteren Drohungen auch den SE-Kräften gegenüber, sie mit der Rasierklinge zu verletzen, setzten die Spezialisten schließlich einen Taser ein. Nur wenige Sekunden später war der Mann überwältigt und es konnte dafür gesorgt werden, dass seine Verletzungen medizinisch behandelt werden.

Wegen seines seelischen Zustandes ordnete eine Ärztin die Unterbringung des 33-Jährigen in einer geschlossenen, psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses an.