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SEK Bremen | Symbolfoto: © Polizei
SEK Bremen | Symbolfoto: © Polizei
[dropcap color=“#1e73be“ font=“0″]B[/dropcap]remen | Nach einem „Stinkefinger“ im öffentlichen Straßenverkehr in der Riensberger Straße eskalierte am Montagmorgen (14.07.2014) ein Streit zwischen zwei 27 und 38 Jahre alten Männern. Im Geschehensverlauf kamen eine Ehefrau, eine Dogge, eine Schusswaffe, Polizeibeamte sowie das SEK zum Einsatz.

Offenbar genervt von der verhaltenen Fahrweise des vor ihm fahrenden 27-Jährigen soll der 38-Jährige gedrängelt und die Lichthupe betätigt haben. Nach Angaben des Jüngeren fuhr er rechts ran und ließ den Nachfolgenden vorbei fahren. Beim Überholvorgang soll dieser dann seinen Mittelfinger gezeigt und durch das geöffnete Seitenfenster „Scheiß Ausländer“ gerufen haben. Dies veranlasste den 27-Jährigen, hinter dem Fahrer her auf einen Hinterhof bis zu dessen Garage zu fahren.
Dort entwickelte sich eine körperliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern. Auf diese lautstarke Situation wurde die Ehefrau des 38-Jährigen aufmerksam, die daraufhin mit einer Dogge auf dem Garagenhof erschien. Der Jüngere berichtet, dass die 38-Jährige die Dogge mit den Worten „Fass“ auf ihn gehetzt habe. Vor lauter Angst sei er dann auf die Motorhaube seines Kontrahenten gesprungen. Daraufhin habe der Ehemann seine Frau aufgefordert, die Waffe zu holen. Diese sei dann mit einer auf ihn gerichteten Pistole erschienen, die der Mann übernommen und ihm an die Schläfe gehalten habe. In dieser Situation sei ein Anwohner auf dem Hof erschienen, mit dem er ins Haus geflüchtet sei. Im Treppenhaus hätten ihn der Mann und seine Frau wieder eingeholt und mit der Waffe am Hinterkopf aus dem Haus gedrängt. Unter Zurücklassung einer Sandale fuhr der Bedrohte vom Hinterhof.

Von Anwohnern informierte Polizeibeamte trafen in der Riensberger Straße auf den 27-Jährigen und mehreren Zeugen. Auf richterliche Anordnung hin erfolgte eine Durchsuchung der Wohnräume des 38-Jährigen und seiner Ehefrau unter Beteiligung eines Spezialeinsatzkommandos. In der Wohnung wurde eine Schreckschusswaffe gefunden und beschlagnahmt.

Der 38-Jährige wurde an der Wache Vahr vorgeführt und in Gewahrsam genommen. Die Ermittlungen sowie Zeugenvernehmungen dauern an. Beim 27-Jährigen wurden in einer Klinik Verletzungen am rechten Auge und am Jochbein sowie vermutlich ein Bruch des Mittelhandknochens festgestellt.