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Wiesbaden | Mit einer Großrazzia unter der Federführung der Staatsanwaltschaft Darmstadt, koordiniert durch das Hessische Landeskriminalamt, finden derzeit bundesweit verschiedene Durchsuchungsmaßnahmen statt. Insgesamt sind bundesweit über 1000 Polizeikräfte, darunter auch Spezialeinheiten, in sechs Bundesländern beteiligt. Der Polizeieinsatz richtet sich gegen die türkische rockerähnliche Gruppierung der „Osmanen Germania“.

Ziel der Durchsuchungsmaßnahmen sei „das Auffinden von Beweismitteln“, teilte das Hessische Landeskriminalamt mit. Konkret wird nach Waffen, Munition, Betäubungsmitteln, schriftlichen Unterlagen sowie sonstigen Gegenständen, die über Art und Umfang der illegalen Geschäfte sowie Hinweise auf die Struktur der rockerähnlichen Gruppierung geben können, gesucht. Betroffen sind die Bundesländer Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg.

Innenminister: „Schlag gegen organisierte Kriminalität“

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Die konzertierte Aktion sei ein „Schlag gegen die organisierte Kriminalität in der Bundesrepublik“ und sende eine klare Botschaft, erklärte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU): „Egal in welcher Kutte Kriminelle glauben, sich in unserem Land betätigen zu können, wir werden gemeinsam mit aller Härte des Rechtsstaats gegen sie vorgehen.“

Die Gruppierung „Osmanen Germania“ haben sich nach eigenen Angaben im April 2015 als Boxclub gegründet und gelten als türkisch-nationalistisch. Nach Erkenntnissen des Landeskriminalamtes Niedersachsen wurde der Club jedoch Ende 2014 in Frankfurt am Main gegründet und teilte sich im Mai 2015 in den Osmanen BC Frankfurt und den Osmanen Germania BC Rodgau. Die rockerähnliche Gruppierung rivalisiert mit der kurdischen Gruppierung „Bahoz“. In der Vergangenheit kam es bereits zu gewaltätigen Auseinandersetzungen.

Die Polizei will verhindern, dass beide Gruppen innenpolitische Konflikte der Türkei mit Gewalt in deutschen Städten austragen.