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SE Kräfte der Polizei Niedersachsen | Symbolfoto: © Tim Schaarschmidt
SE Kräfte der Polizei Niedersachsen | Symbolfoto: © Tim Schaarschmidt
[dropcap color=“#1e73be“ font=“0″]P[/dropcap]eine | In der Nacht zu Sonntag gegen 01.57 Uhr informierten Nachbarn die Polizei, dass in Vechelde in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses mehrere Schüsse gefallen seien.
Die zuerst vor Ort eintreffenden Polizeibeamten erfuhren durch Zeugen, dass der 29-jährige Mieter der Wohnung im Besitz mehrerer Schusswaffen und zweier Kampfhunde sei. Auch seine 5-jährige Tochter befand sich in der Wohnung. Erste Ermittlungen der Polizei ergaben, dass sich der 29-jährige ehemalige Bundeswehrsoldat zur Zeit in einem Sorgerechtsstreit befindent und die Zwangsräumung seiner Wohnung kurz bevor steht.

Weitere Schüsse fielen in der Wohnung

Noch während die Polizeibeamten vor Ort die ersten Informationen einholten, hörten sie weitere Schüsse, die in der Wohnung abgegeben wurden. Da eine Kontaktaufnahme mit dem Mann nicht zustande kam, wurden zur Sicherheit die anderen Bewohnern des Mehrfamilienhauses evakuiert und die Umgebung weiträumig abgesperrt.
Außerdem wurde ein Spezialeinsatzkommando (SEK) aus Hannover und die Verhandlungsgruppe (VG) der Polizei angefordert. Da auch weiterhin jede Kontaktaufnahme scheiterte, stürmten die Spezialeinsatzkräfte gegen 08.15 Uhr schließlich die Wohnung. Die beiden Kampfhunde, die sich mit in der Wohnung befanden, konnten von den SE-Kräften gesichert und letztendlich an das Tierheim übergeben werden. Der 29-Jährige ließ sich ohne Widerstand festnehmen. Auch seine Tochter wurde unversehrt durch die Polizei aus der Wohnung geholt und den Großeltern übergeben.

In der Wohnung wurden neben einer Schreckschusswaffe auch zwei Softairwaffen und ein Schlagstock aufgefunden. „Scharfe Waffen wurden bei dem Mann nicht gefunden,“ wie Polizeisprecher Peter Rathai sagte.
Der mittelmäßig alkoholisierte Mann wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft und Gericht schließlich am frühen Sonntagnachmittag wieder nach Hause entlassen. Über das Motiv seiner Handlungen machte er keine Angaben.
Neben der Polizei waren auch ein Notarzt, ein Rettungswagen und das Jugendamt im Einsatz. Gegen den Mann wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoß gegen das Waffengesetz eingeleitet.