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[dropcap bgcolor=“#1e73be“]B[/dropcap]erlin/Düsseldorf | NRW-Innenminister Ralf Jäger hat das bundesweite Betätigungsverbot gegen den Verein „Satudarah Maluku MC“ und die Verbote von sieben Chaptern der „Satudarah“
begrüßt und als „wichtigen Beleg für das entschlossene Vorgehen der Sicherheitsbehörden im Kampf gegen gefährliche Kriminelle“ bewertet.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesinnenminister de Maizière in Berlin betonte Innenminister Jäger: „Damit geben wir ein klares Signal an diese
Banden: Ihr seid im Visier. Bund und Länder handeln: Gemeinsam und entschlossen“. Der Bundesinnenminister hatte heute dem niederländischen Verein „Satudarah Maluku MC“ jede Tätigkeit in Deutschland untersagt und die deutschen Teilorganisationen des Vereins verboten.

Großangelegte Durchsuchungen

[one_third]Anzeigesmc[/one_third]Mehr als 540 Polizeibeamte, darunter auch Spezialeinheiten, durchsuchten heute Morgen in NRW zeitgleich Vereinsgelände und Wohnungen von Mitgliedern des „Satudarah MC Tigatanah“, „Satudarah MC Dark Company“, „Satudarah MC Nusa Ina“ und „Satudarah MC Yeniceri“ in Aachen, Ahaus, Alsdorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Herzogenrath, Kamp-Lintfort, Mülheim/R., Oer-Erkenschwick, Recklinghausen und Würselen.
Neben Vereinsbesitz und Vereinssymbolen beschlagnahmten die Polizisten 19 Messer, sechs Schlagstöcke, drei Schlagringe, fünf Macheten, sieben Schwerter, vier Gas- und Schreckschusspistolen, elf Funkgeräte, 24 Kutten, etwa 100 weitere Bekleidungsstücke mit Satudarah-Symbolen, 160 Vereinsaufnäher sowie Laptops, Tablets und Speichermedien.

„Die Satudarah-Chapter haben sich abgeschottet, eigene Regeln aufgestellt und sich bewusst gegen die Grundwerte unserer Gesellschaft gestellt“, machte Jäger deutlich. „Ihre Welt besteht aus Bedrohung, Gewalt, Waffen und Selbstjustiz. Deswegen gehen wir gegen diese gewalttätigen Subkulturen entschieden vor.“

Seit der Gründung des ersten Chapters in Duisburg im Jahr 2012 hat die Polizei NRW Satudarah genau beobachtet, konsequent ermittelt und die nötigen Beweise gesammelt. „Diese intensiven Ermittlungen Polizei haben wichtige Erkenntnisse gebracht und die Basis für das bundesweite Verbot gelegt“, erklärte Jäger.
„Es geht nicht um motorradbegeisterte Menschen und Lagerfeuerromantik – es geht um gefährliche Banden, die ausschließlich Bedrohung, Erpressung und Gewalt im Sinn haben.“
Schon seit Langem geht die Polizei NRW mit einer konsequenten Strategie gegen kriminelle Rockerbanden vor. „Wir stehen diesen Gewalttätern auf den Füßen. Wir kennen ihre Strukturen und die Personen ganz genau.
Bei fast allen Treffen oder Veranstaltungen von Rockern ist die Polizei in NRW vor Ort und kontrolliert. So wurden in den letzten drei Jahren über 21.000 Personen und 7.300 Fahrzeuge gezielt überprüft. Dabei erlangten die Ermittler weitere wichtige Erkenntnisse über die Banden“, erläuterte der Innenminister.

„Vereinsverbote tragen entscheidend dazu bei, kriminelle Strukturen zu zerschlagen. Deshalb beobachten wir die Rockerbanden weiterhin sehr genau und halten den Fahndungs- und Ermittlungsdruck auf diese Kriminellen hoch.“