Sachsen

Schussabgabe bei SEK-Einsatz | Täter droht SEK-Beamten mit Armbrust

Symbolfoto | © SMI
Symbolfoto | © SMI

Auf einem Grundstück am Straucher Weg in Lampertswalde kam es am gestrigen Vormittag zu einem größeren Polizeieinsatz mit etwa 130 Beamten. Darunter auch Polizeibeamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) und Verhandlungsgruppe (VG) Sachsen.
Ein 46-jähriger Mann wollte alkoholisiert mit einem Renault fahren und bat seinen Schwager (49) und dessen Sohn (23) um Unterstützung, dass Fahrzeug zu starten. Da der 46-Jährige einen stark alkoholisierten Eindruck hinterließ, verweigerten die beiden ihre Hilfe.

Nach Aussagen der Zeugen hatte sich der 46-Jährige in der Folge eine Pistole in den Mund gesteckt und gedroht. Die beiden anderen Männer flüchteten daraufhin von dem Grundstück und informierten über den Notruf die Polizei.
Der Alkoholisierte blieb im Hof auf dem Grundstück und ließ niemanden mehr an sich heran. Jegliche Versuche von Polizeibeamten der Verhandlungsgruppe (VG) mit ihm in Kontakt zu treten, schlugen fehl. Zeitgleich umstellten SEK-Beamte das Grundstück.

Am späten Nachmittag zog sich der 46-Jährige mit einer Schreckschusspistole, einem Luftgewehr und einer Armbrust in eine Garage zurück.

Gegen 17.20 Uhr drangen die Beamten des Spezialeinsatzkommandos schließlich in die Garage ein und wurden von dem Delinquenten mit der Armbrust bedroht. Auf die Ansprachen der SEK-Beamten, die Armbrust abzulegen reagierte der Mann nicht, so dass von der Schusswaffe Gebrauch gemacht werden musste und der Mann verletzt wurde.
Ein Rettungswagen brachte den 46-Jährigen umgehend in eine Dresdner Klinik.

Die Ermittlungen zu den Hintergründen und den konkreten Abläufen dauern an. Routinemäßig wird in diesem Zusammenhang auch die Rechtmäßigkeit der Schusswaffenanwendung geprüft.

Themen
zeige mehr

Ähnliche Artikel

1 thought on “Schussabgabe bei SEK-Einsatz | Täter droht SEK-Beamten mit Armbrust”

  1. Ich kommentiere hiermit zum Artikel und dessen Inhalt mit dem Titel “Schussabgabe bei SEK-Einsatz – Täter droht SEK-Beamten mit Armbrust”

    Zunächst ist mitzuteilen dass man von Glück sprechen kann, dass die beiden Männer, die den Notruf gewählt hatten, sehr schnell reagiert haben also auf die erste Suizidandrohung des 46-Jährigen schon entsprechende Hilfskräfte kontaktiert hatten. Auch, dass die beiden Männer, also der Schwager und dessen Sohn das FuD (Abkürzung; Fahren unter Drogeneinfluss) durch den 46-Jährigen verhindert hatten ist auf ein Verantwortungsbewusstsein zurürckzuführen und entsprechend zu honorieren. Was ich mir kaum vorstellen kann, ist, dass knapp 130 Beamte des Vorfalles durch einen Einzelnen ausgelöst wegen im Einsatz waren, mir ist aber bekannt, dass Einsätze bei 115 (Erklärung; 115 ist ein polizeiliches Kürzel, welches bei Suizidgefahr verwendet wird) entsprechendes Großaufgebot an Hilfskräften also Polizeibeamten, Feuerwehrmännern und Rettungssanitätern nach sich ziehen die mit dem Suizidgefährdeten zunächst verhandeln sollen und vorallem zusammen und gemeinschaftlich den Tod des Betroffenen verhindern sollen. Das Großangebot zeigt auch, dass mit sehr viel Engagement das Grundrecht Art.2 Abs.1 EU-GR Charta (Recht auf Leben, Geltungsbereich ist die Europäische Union) durchgesetzt wird, ganz zu schweigen vom Würde- und Solidaritätsverständnis der Einsatzkräfte welches das Großaufgebot repräsentiert, dass sich so viele Personen darum gekümmert hatten bedeutet soviel wie “uns ist dein Leben nicht egal”.
    Was mit Selbstgefährdung begann hätte sehr schnell eine Fremdgefährdung werden können, durch den Schusswaffengebrauch des 46-Jährigen, der zunächst mit einer Schusswaffe im eigenen Mund drohte sein eigenes Leben zu beenden. Nichts kann sicherstellen, dass ein alkoholisierter Mann dessen Emotionen durch das freiverkäufliche Nervengift Ethanol bekanntlich durcheinander gebracht sind, nicht auch plötzlich Gewalt gegen Dritte ausübt, egal ob das die eigenen Verwandten oder Bekannten am Vorfall Beteiligten sind, oder die Beamten und Rettungskräfte vor Ort die sich dem Radius des Betroffenen aussetzen um ihn zu retten. Die GE (Abkürzung; Gefahrenabwehr / -einsatz) durch die Polizei, die sich verpflichtet durch das ASOG (Allgemeines Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung) entsprechend Gefahren für die Gesellschaft abzuwehren, muss gewährleisten den geringstmöglichen Schaden an Leib und Leben der Beteiligten oder Unbeteiligten.
    Als sich die Situation zuspitzte und der Betroffene sich bewaffnet in die Garage zurückzog, in welcher dann der Zugriff der SEK-Beamten stattgefunden hatte, der leider mit Schussabgabe verbunden war, war sicherlich zunächst unklar ob es sich bei der Schreckschusswaffe nicht doch um eine Schusswaffe mit Kaliber 9x19mm handelte, desweiteren ist selbst wenn diese als Schreckschusswaffe identifiziert werden kann, unklar, ob sie mit Schreckschussmunition oder Reizgasmunition geladen ist, was die Beamten und deren rettenden Zugriff om Falle der Reizgasmunition hätte blenden können. Was desweiteren den Schusswaffengebrauch durch die SEK-Beamten rechtfertigen würde, ist die Durchschlagskraft und die Lethalität der gängigen Armbrust mit der sich der Mann bewaffnet und gedroht hatte (anbei Bedrohung ist nach § 241 StGB eine Straftat), die Durchschlagskraft ist beispielsweise bei manchen und vorallem modernen Armbrustmodellen die selbe eines modernen Sturmgewehres, das bei erhöhter Lethalität. Es ist also dringend Vorsicht geboten gewesen, deswegen würde ich die Begebenheiten eines rechtfertigenden Notstandes nach § 34 StGB als erfüllt betrachten. Allgemein klar ist aber auch, dass die Schussabgabe durch Polizeibeamte nur das letzte mögliche Mittel sein darf, dies ist geregelt durch § 99 den allgemeinen Vorschriften für Schusswaffengebrauch des Strafvollzugsgesetz (StVollzG).

    Gezeichnet, Marc-Michel Münch

Close

Adblocker erkannt!

Bitte unterstütze uns, in dem Du Deinen Adblocker deaktivierst.