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Berlin | Auch in diesem Jahr wurde auf dem Europäischen Polizeikongress, der vom 24.02. – 25.02.2015 in Berlin stattfand, bereits zum dritten Mal der „Zukunftspreis Polizeiarbeit“ verliehen. Insgesamt wurden 16 Bachelor- und Masterarbeiten eingereicht, die von einer hochkarätig besetzten Jury begutachtet und ausgiebig diskutiert wurden. Schließlich wurden vier Preisträger in einer feierlichen Zeremonie durch die Innenminister Sachsens und Thüringens, Markus Ulbig (CDU) sowie Dr. Holger Poppenhäger (SPD) ausgezeichnet und die Preise übergeben.

Hochkarätig besetzte Jury

Mitglieder des Entscheidungsgremiums war neben dem Chefredakteur und Herausgeber des Behörden Spiegel und Initiator des Europäischen Polizeikongresses, R. Uwe Proll, auch der Inspekteur der nordrhein-westfälischen Polizei Dieter Wehe. Zudem agierten auch die Bundesvorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) und der Gewerkschaft der Polizei (GdP), André Schulz, Rainer Wendt und Oliver Malchow als Juroren. Des Weiteren konnte der bayerische Landespolizeipräsident, Prof. Dr. Wilhelm Schmidbauer, für die Begutachtung der wissenschaftlichen Abschlussarbeiten gewonnen werden. Die Entscheidung über die Preisträger fiel der Jury keineswegs leicht. Nach eingehender Diskussion, Abwägung zahlreicher Argumente und Anhörung der Kandidaten einigten sich die Experten jedoch auf insgesamt vier Preisträger.

Die vier Preisträger des "Zukunftspreises Polizeiarbeit 2015" Martin Rojak, Thomas Lammert, Marcus Lorber und Christian Hamm (v.l.). Foto: © Tomas Moll
Die vier Preisträger des „Zukunftspreises Polizeiarbeit 2015“ Martin Rojak, Thomas Lammert, Marcus Lorber und Christian Hamm (v.l.). Foto: © Tomas Moll

Vier Preisträger ausgezeichnet

Den ersten Platz im Bereich der Bachelorarbeiten belegte Marcus Lorber von der Hochschule der Sächsischen Polizei mit seiner Arbeit zum Thema „Google Glas – Potenzial und Herausforderung für die Polizei“. Die Jury begründete ihre Entscheidung unter anderem mit der Tatsache, dass „Google Glass“ sowohl das Verhältnis zwischen Bürgern und Polizei als auch die Beziehung der Menschen untereinander erheblich verändern wird und die Arbeit zudem wichtige juristische Fragen aufwirft.

Auf Platz zwei bei den ausgezeichneten Bachelorarbeiten kam Thomas Lammert von der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalens mit seiner Abhandlung zu „Predictive Policing“ und einem eventuellen Mehrwert für die Düsseldorfer Polizei durch diese Technik. Beide Preisträger erhielten jeweils 1.500 Euro in bar.

Bei den Masterarbeiten verlieh die Jury einen ordentlichen Preis, der ebenfalls mit 1.500 Euro dotiert war, an Christian Hamm für dessen an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) verfasste Arbeit mit dem Titel „Bürgerbeteiligung und Polizei. Chancen, Risiken und Grenzen einer lokalen Beteiligung“, die er sogar bereits im rheinland-pfälzischen Innenministerium vorstellen durfte. Hier begründete die Jury die Auszeichnung mit dem Umstand, dass die Polizei die Akzeptanz der Bürger immer wieder aufs Neue gewinnen und sich darüber hinaus in Zukunft zahlreichen zivil gesellschaftlichen Problemen stellen müsse.

Einen mit einem Preisgeld von 500 Euro verbundenen Sonderpreis erhielt Martin Rojak von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen für seine Masterarbeit zur Entwicklung eines frei verfügbaren Computerprogrammes „forpix“ zur Erkennung manipulierter Bilddateien durch die Kriminaltechnik. Mittels Algorithmen lassen sich robuste kryptologische Hash-Werte (MD5, SHA-1, …) erstellen, um so in der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) anhand von White- and Blacklists automatisiert manipulierte Bilddateien zu erkennen.

Fotos: © Tomas Moll | zum vergrößern Bild anklicken

Hintergrundinformation: Zukunftspreis Polizeiarbeit
Der „Zukunftspreis Polizeiarbeit“ wurde im Jahr 2012 im Rahmen des Europäischen Polizeikongresses zum ersten Mal verliehen.

Die Polizeiarbeit der Zukunft beginnt bereits in der polizeilichen Ausbildung. Hier werden Ideen geboren und Lösungswege erarbeitet, um den Herausforderungen und Aufgaben der Inneren Sicherheit auch zukünftig effizient und innovativ begegnen zu können. “Wir brauchen Innovationen und neue Ideen für alle Bereiche der polizeilichen Arbeit”, lautete die einhellige Meinung der bewertenden Expertenjury bereits damals.

Mit dem Zukunftspreis Polizeiarbeit werden herausragende Abschlussarbeiten (Diplom-, Bachelor- und Master,-) von Studenten in den Hochschulbereichen Polizei, Justizvollzug und Sicherheitsmanagement sowie kriminologischer Institute der Universitäten ausgezeichnet. Honoriert werden dabei Arbeiten, die neue Lösungsansätze und Innovationen für die polizeiliche Facharbeit vorschlagen. Der Zukunftspreis Polizeiarbeit ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert.