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Hannover / Lüneburg | Im Rahmen eines am Mittwoch durchgeführten Einsatzes wurden im Großraum Hamburg durch Einsatzkräfte der Landes- und Bundespolizei mehrere Wohnungen durchsucht und u.a. zwei Haftbefehle vollstreckt.

Dem Einsatz waren monatelange Ermittlungen einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Hamburg und der Zentralen Kriminalinspektion (ZKI) Lüneburg unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Stade vorausgegangen„, teilte die Bundespolizeidirektion Hannover mit.

Mit Polenböllern 49 Automaten gesprengt

Ein aufgesprengter Fahrkartenautomat | Symbolfoto: © BPol
Ein aufgesprengter Fahrkartenautomat | Symbolfoto: © BPol

Gegen acht deutsche und einen russischen Staatsangehörigen aus dem Raum Hamburg besteht der Verdacht des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit schwerem Bandendiebstahl und Sachbeschädigung. Die 17 bis 29 Jahre alten Männer sind tatverdächtig, in den vergangenen Monaten 49 Fahrausweisautomaten mittels sogenannter „Polenböller“ in den Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein und in der Freien und Hansestadt Hamburg aufgesprengt und die Geldkassetten entwendet zu haben. Die Tatobjekte lagen räumlich weit auseinander. So wurden u.a. Fahrausweisautomaten in den Schleswig-Holsteinischen Kreisen Herzogtum Lauenburg, Ostholstein, Pinneberg, Segeberg und Storman, in der Stadt Lübeck, in den Niedersächsischen Landkreisen Cuxhaven, Dannenberg, Harburg, Heidekreis, Lüneburg und Stade, mit Masse aber im Großraum Hamburg angegangen.

Ca. 1,4 Millionen Euro Schaden

Der erlangte Stehlschaden sowie die Sachschäden werden derzeit insgesamt auf ca. 1,4 Mio. Euro beziffert. Anzumerken ist jedoch, dass der Sachschaden bei Weitem den Stehlschaden überschreitet.
Bei dem Aufsprengen von Fahrausweisautomaten gefährden die Täter nicht nur sich selbst, sondern evtl. auch andere, völlig unbeteiligte Personen.

Das Amtsgericht Stade hatte auf Grundlage der bisherigen Ermittlungsergebnisse gegen zwei Beschuldigte der Tätergruppe einen Untersuchungshaftbefehl sowie für insgesamt neun Objekte (in Hamburg acht Objekte) und Schleswig-Holstein (ein Objekt) Durchsuchungsbeschlüsse erlassen, die am Mittwoch vollstreckt worden sind.

Neben der Sicherstellung umfangreichen Beweismaterials hatten die Maßnahmen auch das Ziel, die Bandenstruktur zu zerschlagen und somit weitere Straftaten zu unterbinden.

Insgesamt waren rund 160 Einsatzkräfte der Bundes- und Landespolizei im Einsatz.