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Bielefeld | Innerhalb kürzester Zeit sind bei der Polizei Bielefeld zwei Fälle von betrügerischem Romance- oder Love-Scamming zur Anzeige gebracht worden, bei denen sich die Schadenssummen auf fast eine halbe Million Euro belaufen.

Ein kurzer Chat- oder eine nette Mail von einem Unbekannten – das so genannte Love- oder Romance-Scamming fängt harmlos an. Scammer suchen auf Online-Partnerbörsen oder in sozialen Netzwerken nach ihren Opfern. Sowohl Frauen als auch Männer können Opfer werden.

Aufgrund ihrer unglaublich charmanten und fürsorglichen Art schaffen es die Täter sich bei ihren Opfern im täglichen Leben unverzichtbar zu machen„, weiß Tamara Lüning, Kriminalhauptkommissarin im Kommissariat für Prävention und Opferschutz der Polizei Bielefeld. „Hierzu ist kein einziges persönliches Treffen notwendig. Die Täter sind geschickt in ihrer Kommunikation. Zu Beginn geht es nicht um Geld, sondern eher um private Themen, wie die Familie, um Liebe und um eine gemeinsame Zukunft. In diesen Gesprächen werden die Opfer aber auch gezielt ausgehorcht. Ist eine Vertrauensbasis geschaffen, wenden die Täter in der Regel immer die gleiche Taktik an: Sie geraten unverschuldet in eine Notlage, aus der sie sich nur durch finanzielle Unterstützung von außen befreien können. Das Opfer möchte dem mittlerweile vertrauten, sogar geliebten Menschen helfen, sodass es das geforderte Geld überweist.

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Neben den finanziellen Schäden, die die Opfer durch die Taten erleiden, tragen sie meist auch massive emotionale Schäden davon. Denn es sind Gefühle im Spiel. Täter täuschen den Opfern eine emotionale Bindung, eine Vertrauens- und schließlich eine Liebesbeziehung vor und suchen immer wieder den Kontakt. Dies kann Wochen oder Monate andauern. Wird der Betrug schließlich realisiert, sind der Schock und die Enttäuschung nachvollziehbar groß.

Tamara Lüning: „Um sich schützen zu können, ist es wichtig, dass einem die Betrugsart Love- oder Romance-Scamming grundsätzlich bekannt ist.

Darüber hinaus rät die Polizei Bielefeld beim Chat in Singlebörsen oder Onlineforen:

Verwenden Sie Nicknames und geben Sie auch im direkten Mailkontakt noch nicht sofort Ihren vollständigen bürgerlichen Namen oder sogar Ihre Anschrift preis.

Geben Sie den Namen Ihres/ Ihrer Internetbekanntschaft mit dem Zusatz „Scammer“ beispielsweise bei Google ein. Die Suchmaschine kann in vielen Fällen einen Verdacht bestätigen.

Wenn Sie gescammt wurden, brechen Sie sofort jeglichen Kontakt ab. Nehmen Sie keine Anrufe und keine Mails vom Scammer mehr entgegen. Ignorieren Sie die Forderungen des Scammers. Überweisen Sie auf keinen Fall Geld. Lösen Sie keine Schecks ein oder leiten Briefe oder Päckchen weiter.

Sollten Sie einen finanziellen Schaden erlitten haben, wenden Sie sich an Ihre Polizei zwecks Anzeigenerstattung.

Über die Anzeigenerstattung hinaus steht Ihnen das Kriminalkommissariat für Prävention und Opferschutz, Markgrafenstraße 7, 33602 Bielefeld, Tel.: 0521/ 5837-2554 für eine kostenfreie Beratung während der Bürodienstzeiten zur Verfügung. Die Beratung umfasst u.a. auch die Vorstellung von Hilfeorganisationen und -einrichtungen aus dem Bielefelder Netzwerk Opferschutz, wo sie Unterstützung erhalten können.

Z.B. leistet der „Weisse Ring“ (Tel.: 05206/7054722) auch finanzielle Hilfen mit der Zielsetzung, tatbedingte Notlagen auszugleichen (kein Schadenersatz). Darüber hinaus können Opfer dort einen Rechtsberatungsscheck über eine umfassende anwaltliche Erstberatung oder einen Beratungsscheck für eine psychotraumatische Erstberatung erhalten.

Unabhängig von einer Anzeigenerstattung erhalten Frauen bei der psychologischen Frauenberatung e.V., Telefon: 0521/121597, Unterstützung und Beratung bei aktuellen oder länger andauernden belastenden Problemen. Das Angebot ist kostenlos und anonym.

Weitere Informationen zum Scamming erhalten Sie auch kostenfrei auf den Internseiten der polizeilichen Kriminalprävention www.Polizei-Beratung.de