Schleuser: GSG 9 und neue Einheit BFE+ im Einsatz

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Strausberg | Ermittler der Bundespolizei haben in den Morgenstunden des 22. Dezember 2015 in Strausberg (Brandenburg) eine Wohnung durchsucht und dabei einen tatverdächtigen Schleuser festgenommen. Weil es Hinweise auf eine mögliche schwere Bewaffnung des Tatverdächtigen gegeben hatte, waren auch Angehörige der GSG 9 und der neuen BFE+ der Bundespolizei an dem Einsatz beteiligt. Es konnten umfangreiche Beweismittel sichergestellt werden.

Festnahme durch die GSG 9 und BFE Plus in Strausberg | Foto: © Bundespolizei
Festnahme durch die GSG 9 und BFE Plus in Strausberg | Foto: © Bundespolizei

Dem 37-jährigen syrischen Staatsangehörigen wird vorgeworfen, bei einer Schleusung im April 2015 für den Tod mehrerer Personen verantwortlich gewesen zu sein. Bei der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland waren demnach fünf Personen ums Leben gekommen, als das Boot gekentert ist. Dem Syrer wird vorgeworfen, das mit zehn Landsleuten völlig überfüllte Boot trotz widriger Wetterbedingungen auf die gefährliche Überfahrt geschickt zu haben. Aufgrund der Gefahrenprognose vollstreckten Angehörige der GSG 9 der Bundespolizei den Haftbefehl gegen ihn. Unterstützt wurden die Spezialkräfte dabei durch Angehörige der in der letzten Woche in den Dienst gestellten BFE+. Der Tatverdächtige wird gegenwärtig einem Untersuchungshaftrichter vorgeführt.

Die Ermittlungen erfolgen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) und werden durch die Bundespolizei seit September 2015 geführt. Durch umfangreiche Untersuchungen im Umfeld der Überlebenden und Hinterbliebenen, konnte der Tatverdacht gegen den 37-jährigen Syrer erhärtet werden.

Bei der Durchsuchung in Strausberg stellten die eingesetzten Ermittler diverse Datenträger,
Computer bzw. Laptops, Mobiltelefone sowie verschiedene verfahrensrelevante Unterlagen sicher. An den Einsatzmaßnahmen waren 52 Bundespolizisten beteiligt. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

Bundespolizeipräsident Dieter Romann | Symbolfoto: © Tomas Moll
Bundespolizeipräsident Dieter Romann | Symbolfoto: © Tomas Moll

Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, dazu: „All dies zeigt erneut die menschenverachtende Dimension des Schleuserunwesens. Hier geht es nicht um Fluchthilfe, sondern ums Kassemachen. Ich bedanke mich bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Berlin sowie bei allen eingesetzten Kolleginnen und Kollegen. Insbesondere freue ich mich auch mit Blick auf den Einsatz der neuaufgestellten BFE+ über dessen erfolgreichen Verlauf.

LESEN SIE HIER: DIE NEUE SPEZIALEINHEIT DER BUNDESPOLIZEI: BFE+