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Duisburg | Polizeikräfte aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sowie aus den Nachbarstaaten Belgien und den Niederlanden können ab sofort gemeinsam digital grenzübergreifend funken. Damit verbessert sich die digitale Kommunikation zwischen den Sicherheitskräften während laufender Einsätze im grenznahen Bereich erheblich.

Rainer Pannenbäcker: Neuer Leiter des LZPD | Foto: © MIK NRW
Rainer Pannenbäcker: Neuer Leiter des LZPD | Foto: © MIK NRW

Wir haben einen wichtigen Meilenstein bei der gemeinsamen Bewältigung von grenzüberschreitenden Einsätzen erreicht„, sagte der Direktor des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste, Rainer Pannenbäcker, am Mittwoch in Duisburg. „Straftäter machen nicht an Grenzen halt. Deshalb ist eine reibungslose Kommunikation zwischen den Sicherheitsbehörden auf beiden Seiten der Landesgrenzen unerlässlich.

Kommunikation auch für Ad-hoc Lagen

Taktisch wird die neue Kommunikationstechnik künftig sowohl für Ad-hoc-Lagen als auch für planbare Einsätze genutzt. Die Reichweite ist von der Leistungsfähigkeit des eigenen Netzes, aber auch von topografischen Bedingungen abhängig. Grundsätzlich beträgt die Reichweite in das jeweilige Nachbarland etwa zehn Kilometer. Ermöglicht wird der grenzübergreifende Funkverkehr zwischen den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) dieser Länder durch die Einführung eines speziellen technischen Systems mit dem Namen „Cross Border Communication“ (CBC). Das CBC-System erlaubt einen Funkverkehr zwischen den nationalen Digitalfunknetzen Astrid (Belgien), C2000 (Niederlande) und BOSNet (Deutschland), obwohl das Roaming zwischen diesen Netzen zurzeit nicht möglich ist.

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Das System wurde auf deutschem Gebiet in Aachen (NRW) und Nordhorn (Niedersachsen) installiert. „Für die Kommunikation zwischen Belgien, den Niederlanden und Deutschland stehen den Einsatzkräften und Leitstellen jetzt mehrere Rufgruppen zur Verfügung, die über die digitalen Funksprechgeräte ausgewählt werden können„, erläuterte Rainer Pannenbäcker. Teilnehmer einer Rufgruppe können direkt miteinander kommunizieren – durch CBC nun auch grenzübergreifend.
Die technische Betreuung und Instandhaltung des CBC-Systems wird durch das LZPD NRW gewährleistet. CBC wird die zwischen den Niederlanden und Deutschland genutzte KTS-Technik (Korte Termijn Schengen) ersetzen, die beim Analogfunk bereits für die polizeiliche Funkkommunikation zwischen beiden Staaten genutzt worden war.

Neben der Polizei werden zukünftig auch weitere Organisationen der Gefahrenabwehr, wie etwa Feuerwehren und Rettungsdienste, das CBC-System nutzen.