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[dropcap bgcolor=“#1e73be“]B[/dropcap]erlin | Der von der Polizei Berlin angemietete Schießstand in Wannsee kann zurzeit nicht weiter genutzt werden. Nach dem Einbau von Dämm- und Schallschutzmatten in der Anlage hatten mehre Einsatztrainer über Atemwegsbeschwerden geklagt. Zum Schutz der Gesundheit aller Mitarbeiter wurde der Betrieb auf dem Schießstand eingestellt und der Betreiber aufgefordert, eine Überprüfung der Anlage durchzuführen. Somit stehen den Einsatzkräften der Polizei Berlin nur noch zwei von insgesamt 17 Schießständen zur Verfügung. Was jedoch bedeutet, dass nicht jede/r Polizistin / Polizist seine jährliche Schießüberprüfung durchführen kann.

Gemeinsam mit Rainer Wendt sieht auch der stellvertretende Landesbeauftragte der DPolG Berlin (Deutsche Polizeigewerkschaft) Boris Biedermann die Situation beängstigend. Auf dem 24. Bundeskongress der DPolG machte dies Biedermann dem Polizeipräsidenten Klaus Kandt im Dialog deutlich.

Boris Biedermann im Dialog mit Klaus Kandt (v.r.nl.) Foto: Tomas Moll
Boris Biedermann im Dialog mit Klaus Kandt (v.r.nl.) Foto: Tomas Moll

Die marode Schießstandsituation in Berlin droht nun endgültig gefährlich zu werden. Wir müssen permanent realitätsnah trainieren, um die Waffe sicher handhaben zu können! Wenn wir nicht genug trainieren, verlieren wir sozusagen unseren Waffenschein. Die Politik und der Dienstherr müssen umgehend reagieren und Sofort -Maßnahmen einleiten. In der vergangenen Woche hatte ich Gelegenheit dem Berliner Polizeipräsidenten Klaus Kandt in einem Dialog nochmals ausführlich darauf hinzuweisen. Es darf nicht sein, dass unsere Kolleginnen und Kollegen ohne Dienstwaffe Streife fahren, weil es keine Trainingsplätze gibt.

Wie Polizeidirektor Stefan Redlich gegenüber SEK-Einsatz.de mitteilte sind die Spezialeinheiten der Polizei Berlin davon nicht betroffen. „Die SE-Kräfte haben eine eigene Halle in Wannsee und können so weiterhin auch ihre Leistungsfähigkeit trainieren. Die Kräfte klagen nicht über derartige Probleme, wie die Schießausbilder.“

Das Land Berlin kann im Rahmen des Sondervermögens „Infrastruktur der Wachsenden Stadt“ (SIWA) aus dem Finanzierungsüberschuss des Jahres 2014 insgesamt 438 Mio. € in Maßnahmen zur Erweiterung und Stärkung der Berliner Infrastruktur investieren. Für Ausbildungs- und Trainingskapazitäten wie zum Beispiel eine Sporthalle der Landespolizeischule oder einen Schießstand sowie die Generalinstandsetzung mehrerer Polizeistandorte stehen insgesamt 22 Mio. € zur Verfügung, für mindestens vier Feuerwachen weitere 9 Mio. €. So die Senatsverwaltung für Inneres Berlin.

Zusätzlich arbeitet die Polizei Berlin daran, neben den vier polizeieigenen Schießständen weitere Möglichkeiten zum leistungsfähigen Schießtraining zu schaffen, wie Redlich sagte.

NRW-Innenminister Ralf Jäger kann für seine Kräfte auf modernste Trainingsplätze für Polizistinnen und Polizisten zurückgreifen. Erst gestern postete seine „Nachwuchs Abteilung“ des LAFP NRW auf deren Facebook Seite „Polizei NRW Karriere“ den richtigen Umgang mit der Schusswaffe.

 

Video zum Blog „Schießen unter einsatzähnlichen Bedingungen“

Posted by Polizei NRW Karriere on Mittwoch, 22. April 2015

 

Auch die Spezialeinheiten (SEK/MEK/VG/TEG) der Polizei NRW können auf eine Hochleistungsanlage blicken. Im ehemaligen Steinbruch Hönnertal steht den Elite-Polizisten eine der modernsten Trainingsanlagen Europas zur Verfügung, die vor wenigen Jahren für rund eine Millionen Euro modernisiert wurde. Zur Verfügung stehen dort Schießstände, ein Sprengübungsplatz, eine Hindernisbahn, Übungshäuser, sowie diverse Fahrparcours.

Eine ständige Weiterbildung ist für die anspruchsvolle Arbeit der Spezialeinheiten unerlässlich!

Jedoch auch ein Schießtrainig für Einsatzkräfte der Polizei Berlin!