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Berlin | Am vergangenen Dienstag gelang es Ermittlern des Landeskriminalamtes erfolgreich Durchsuchungsmaßnahmen gegen eine mutmaßliche Schleuserbande zu vollstrecken. Die seit Frühjahr 2015 geführten intensiven Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft Berlin fanden damit ihren vorläufigen Höhepunkt.

Nach den vorliegenden Erkenntnissen organisierten die Mitglieder der Bande die Schleusung von Chinesinnen in die Europäische Union und anschließend nach Deutschland, um sie in einem eigens geführten Bordell als Prostituierte zu beschäftigen und aus den Einnahmen den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Finanzielle und sexuelle Ausbeutung in Bordellen

Während der koordinierten Aktion vollstreckten Polizeibeamte fünf richterliche Dursuchungsbeschlüsse in Bordellen, Wohnungen und Geschäftsräumen in Berlin. Die Beamten nahmen dabei auch die 51-jährige Haupttatverdächtige fest. Gegen die Frau lag bereits ein Haftbefehl in dieser Sache vor.
Bei den Durchsuchungen sicherten die Ermittler Geld im Wert von circa 37.000 Euro und beschlagnahmten Handys sowie Dokumente zu Geldtransferzahlungen. Gleichzeitig wurden Vermögenswerte in Höhe von rund 326.000 Euro gesichert, um mögliche kriminelle Gewinne abzuschöpfen.

Die chinesischen Frauen werden in der Regel in ihrem Heimatland mit falschen Versprechungen auf gut bezahlte Arbeitsplätze in die EU gelockt. Die Opfer werden in der Folge nach Deutschland geschleust, wo sie schließlich in Bordellen, Massagesalons und Wohnungen sexuell oder finanziell ausgebeutet werden.

BKA und Europol unterstützten die Ermittler

Der hiesige Ermittlungserfolg wurde unter der aktiven operativen und analytischen Beteiligung des Bundeskriminalamtes und von Europol möglich. Die Auswertung der beschlagnahmten Beweismittel dauern an.

Erst am gestrigen Donnerstag kam es in fünf Bundesländern – u. a. auch in Berlin zu einer Großrazzia gegen Schleuser – wir berichteten.