Anzeige

Berlin | Am heutigen Mittag präsentierten Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU), Polizeipräsident Klaus Kandt, der Leiter der Direktion Einsatz und Einsatzleiter am 30.04 / 01.05. Siegfried-Peter Wulff sowie Polizeisprecher Stefan Redlich auf einer Pressekonferenz ihre Strategie zum Großeinsatz rund um das Einsatzgeschehen am 30. April und 1. Mai 2016. Auch in diesem Jahr setzt die Berliner Polizei auf ihre bewährte Doppelstrategie: „Reden mit allen, die mit sich reden lassen – aber auch konsequentes und beweissicheres Vorgehen gegen Gewalttäter und Störer“, sagte Innensenator Henkel.

"Wegschauen werde man nicht", so Innensenator Frank Henkel heute in Berlin | Foto: © Tomas Moll
„Wegschauen werde man nicht“, so Innensenator Frank Henkel heute in Berlin | Foto: © Tomas Moll

Wir werden auch in diesem Jahr exzellent vorbereitet in die Einsatzlage gehen,“ ergänzte der Polizeipräsident.

6.500 Beamte im Einsatz

Um für die Veranstaltungen gut vorbereitet zu sein, werden rund 6.500 Polizistinnen und Polizisten aus sieben Bundesländern sowie der Bundespolizei im Einsatz sein. Die Unterstützungskräfte kommen u. a. aus den Bundesländern Bayern, NRW, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Missstände bei der Unterbringung der Einsatzkräfte, wie zuletzt beim Obama-Besuch in Hannover, soll es nicht geben.
Am Wochenende sollten Bereitschaftspolizisten dreier Hundertschaften, die für den Obama-Besuch in Hannover abgestellt waren, in der Kaserne Linsingen in Hannover übernachten. Wegen katastrophalen hygienischen und unzumutbaren Zuständen – u. a. Sperma, Blut und Kot an den Wänden und in Betten, Kakerlaken im Essen, Erbrochenes auf dem Boden – schliefen die Einsatzkräfte lieber in ihren Fahrzeugen, als die Zimmer zu beziehen.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) und sogar NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) setzten sich für eine schnelle Lösung und Ausweichquartier ein. Der zuständige Landrat Tjark Bartels (SPD) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sprachen von „einer Panne, die nicht hätte passieren dürfen, jedoch hätten die Beamten bei der Darstellung übertrieben“. Nachdem die von Flüchtlingen zuletzt genutzte Kaserne geräumt wurde, hätte man alles ‚grundgereinigt‘.

Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt auf der PK am 27.04.2016 | Foto: © Tomas Moll
Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt auf der PK am 27.04.2016 | Foto: © Tomas Moll

Leiter der Direktion Einsatz und Einsatzleiter am 30.04 / 01.05. Siegfried-Peter Wulff sagte heute in Berlin: „Die Polizistinnen und Polizisten aus anderen Bundesländern werden in Hotels untergebracht. So etwas wie in Hannover werden wir den Einsatzkräften nicht zumuten.
„Auch in diesem Jahr wird die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) eine umfangreiche Einsatzkräftebetreuung u. a. in Berlin vornehmen und mit dutzenden Helfern neben den üblichen Erfrischungsreichungen auch kurze freundliche Stimmungsgespräche führen“, sagte ein Sprecher der DPolG gegenüber SEK-Einsatz.de.

Allein in Berlin erwartet die Polizei rund 40.000 Menschen die zur Straßenparty „MyFest“ nach Kreuzberg kommen. Polizeipräsident Klaus Kandt betonte, seine Beamten würden in diesem Jahr stärker und sichtbarer auf dem Straßenfest präsent sein, da es dieses Jahr erstmals nicht als Veranstaltung gilt, sondern als Versammlung angemeldet worden ist. „Deshalb gebe es andere Auflagen und ‚Spielregeln‘, so Kandt. Er und der Innensenator hoffen jedoch auf einen friedlichen 1. Mai und gehen mit einem guten Gefühl in diesen Einsatz.