Zollfahndung hebt große Indoor-Plantage für Marihuana aus

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Dresden |Im Ergebnis monatelanger Ermittlungsarbeit hoben Zollfahnder gestern Morgen in Coswig (Anhalt) mit Unterstützung durch Spezialkräfte der Bereitschaftspolizei Sachsen-Anhalt eine professionelle Marihuana-Indoor-Plantage mit deutlich mehr als 5.000 Pflanzen aus.

Es wurden Haftbefehle gegen vier Beschuldigte im Alter von 40 bis 68 Jahren vollstreckt. Spezialeinheiten des Zollfahndungsdienstes und der Polizei Brandenburg unterstützten die Maßnahmen. Außerdem wurden acht in der Plantage angetroffene „Gärtner“ vorläufig festgenommen. Unmittelbar im Anschluss durchsuchten Zollfahnder 15 Wohnungen und Gewerberäume im Raum Berlin, Sachsen-Anhalt sowie in Niedersachsen, Nordthüringen und Hessen. Dabei wurden umfangreiche Beweismittel wie Computertechnik, Handys und schriftliche Unterlagen sowie mehrere hochwertige Fahrzeuge sichergestellt.

die ausgehobene Indoor-Plantage | Foto: © Zoll
die ausgehobene Indoor-Plantage | Foto: © Zoll

Aufgrund eines Hinweises nahmen die Staatsanwaltschaft Halle und das Zollfahndungsamt Dresden im Februar dieses Jahres die Ermittlungen auf. Die Ermittlungen richteten sich zunächst gegen zwei deutsche, einen vietnamesischen und einen türkischen Tatverdächtigen, die mutmaßlich mit der Beschaffung des Equipments, von Samen und Setzlingen für die Plantage sowie der Anmietung einer geeigneten Örtlichkeit und dem Aufbau befasst waren. Im weiteren Verlauf gelang es den Ermittlern, die Plantage in einem Gewerbegebiet in Coswig (Anhalt) zu lokalisieren. Im Zusammenhang mit der Lokalisierung der Plantage traten außerdem zwei weitere deutsche Staatsangehörige aus dem Raum Berlin in Erscheinung, die mutmaßlich ebenfalls unmittelbar mit deren Einrichtung und Betrieb zu tun hatten.

Das Equipment für die sehr professionell aufgebaute Plantage bezogen die Beschuldigten nach den bisherigen Ermittlungen aus den Niederlanden. Die Anlage war offenbar auf eine langfristige, kontinuierliche Produktion von Marihuana ausgerichtet. Das Gelände mit der Plantage tarnten sie nach außen hin als Firma. Den immensen Energiebedarf der Plantage von täglich etwa 2.500 Kilowattstunden deckten sie durch illegales Abzapfen von Strom über den auf dem Gelände vorhandenen Anschluss.

Aus den Blütenständen der vorgefundenen mehr als 5.000 Pflanzen hätten rund 130 Kilogramm Marihuana mit einem Straßenverkaufswert von mehr als 1 Million Euro gewonnen werden können.

Zusatz-Info: In der Plantage werden Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei und des LKA Sachsen-Anhalt nun zunächst die notwendige Beweissicherung und Tatortarbeit durchführen. Nach Abschluss dieser Maßnahmen wird die Plantage vollständig abgebaut, die Pflanzen umgehend in einer Müllverbrennungsanlage vernichtet und das als Beweismittel beschlagnahmte Equipment abtransportiert werden Der den Tatverdächtigen vorgeworfene bandenmäßige unerlaubte Anbau und das Handel treiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge ist mit einer Freiheitsstrafe von fünf bis fünfzehn Jahren bedroht.