Die Abteilung 5 des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein besteht aus den Spezialeinheiten für operative Einsätze und ermittlungsunterstützende Maßnahmen.
Auf der Koordinierungsstelle für Spezialeinheiten werden die aus Schleswig-Holstein, aber auch aus anderen Bundesländern und dem Ausland eingehenden Einsatzersuchen bewertet und anschließend dem Mobilen Einsatzkommando (MEK) oder dem Spezialeinsatzkommando (SEK) zugewiesen. Außerdem werden dort Einsätze für weitere Spezialkräfte wie die Beratergruppe und Verhandlungsgruppe sowie für den Aufklärungszug und Beweis- und Festnahmeeinheit koordiniert.

Während das Mobile Einsatzkommando die Aufgaben der überörtlichen Observation und der internationalen Fahndung wahrnimmt, ist das SEK für die Festnahme von bewaffneten und besonders gewaltbereiten Personen zuständig. Als weiteren ermittlungsunterstützenden Service bietet die Abteilung 5 technische Überwachung von Objekten und Personen sowie die Sicherung und Auswertung von elektronischen Datenträgern der unterschiedlichsten Art an. In dieser Abteilung befindet sich ferner die Zentralstelle für die Telekommunikationsüberwachung. Im Bereich der Verdeckten Ermittlungen unterstützt die Abteilung 5 andere Dienststellen in besonders gelagerten Fällen auch mit nicht offen ermittelnden Beamten.

Historie:

1982 Übernahme der Präzisionsschützenaufgabe von der Bereitschaftspolizei; somit stellt das SEK vier Präzisionsschützentrupps bestehend aus zwei Schützen und einem Truppführer.

06. November 1982 Festnahme des Top-Terroristen Christian Klar an einem RAF-Waffendepot im Sachsenwald; nach mehrwöchiger Observation aus Erdlöchern heraus, konnte Klar überwältigt und widerstandslos festgenommen werden.

September 1991 Das SEK Schleswig-Holstein gewinnt bundesweiten Vergleichskampf für Spezialeinheiten in Hannover, an dem auch die GSG 9 teilnahm.

September 1994 Einrichtung der Koordinierungsstelle Spezialeinheiten beim Landeskriminalamt in Kiel; Einsatzvergabe/-koordination für SEK und MEK wird von hier übernommen.

04. August 1995 Geiselnahme in Rendsburg
Asylbewerber hatte seine fünf Kleinkinder mit Benzin übergossen und drohte diese anzuzünden, wenn seinen Forderungen gegenüber der Ausländerbehörde nicht entsprochen wird. Der darüber hinaus bewaffnete Täter konnte in einem günstigen Moment durch Kräfte des SEK Schleswig-Holstein überwältigt werden und die Kinder aus ihrer lebensbedrohlichen Situation befreit werden.

01. März 1996 Das SEK wird um 10 Beamtinnen und Beamte aufgestockt.

19. November 1996 Geiselnahme im Medizinischen Universitätsklinikum Lübeck
Psychisch kranke Frau hält Ärztepersonal mit Schusswaffe in ihrer Gewalt; das SEK Schleswig-Holstein kann die bewaffnete Geiselnehmerin in einem günstigen Augenblick überwältigen.

01. Juli 1997 Geiselnahme in der JVA Lübeck
Männlicher Gefangener nimmt Anstaltspsychologin als Geisel, um zu flüchten. Der Täter konnte nach mehrstündigem Einsatz beim Einsteigen in das Fluchtfahrzeug überwältigt werden.

03. Oktober 1998 Geiselnahme in der JVA Lübeck
Männlicher Gefangener bringt JVA-Bedienstete in seine Gewalt und bedroht diese mit einer selbstgebastelten Drahtschlinge. Er wird durch Kräfte des SEK Schleswig-Holstein nach Freilassen seiner weiblichen Geisel überwältigt.

Originäre Aufgaben eines SEK sind die Bewältigung von polizeilichen Sonderlagen wie Geisellagen, Entführungen oder Erpressungen. Der Einsatzalltag des SEK in Schleswig-Holstein wird bestimmt durch geplante Festnahmen von Straftätern, die bewaffnet sind oder sonst als herausragend gefährlich eingestuft werden. Zugriffe im Bereich des Rauschgift- und Waffenhandels sowie der Organisierten Kriminalität gestalten sich aufgrund der konspirativen Vorgehensweise dieser Täter zunehmend schwieriger.