Anzeige

Erfurt | Insgesamt 162 Einsätze absolvierten die Spezialeinheiten der Polizei Thüringen im vergangenen Jahr 2014. Etwas weniger als die Hälfte davon – 70 Einsätze –  wurde durch das Spezialeinsatzkommando (SEK) geleistet und somit wurden die Spezialkräfte 14mal häufiger angefordert.
Zum Vergleich: Das Spezialeinsatzkommando der Polizei Berlin kommt im Jahr auf gut 500 Einsätze. In NRW waren es im Jahr 2013 842 Einsätze der gesamten Spezialeinheiten.

Auch die Spezialeinheit des Zolls – ZUZ (Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll) – kommt auf etwa 70 (darunter auch technische) Einsätze im Jahr.

Lesen Sie hier mehr über die Arbeit der ZUZ

Die Verhandlungsgruppe der Spezialeinheiten Thüringen wurde im vergangenem Jahr sechs Mal eingesetzt. Damit ist ein Rückgang um die Hälfte zu verzeichnen. Die im Jahr 2014 absolvierten Einsatzmaßnahmen verteilen sich auf drei Einsätze zur Suizidintervention, einen Entführungsfall, eine Freiheitsberaubung sowie eine Bedrohungslage.

Besondere Einsätze 2014

Zu den herausragenden Einsätzen der Spezialeinheiten im Jahr 2014 zählt der Zugriff in der JVA Hohenleuben. Dort hatte ein Häftling Selbstmord angekündigt und JVA-Bedienstete und Polizeibeamte bedroht.

Am 9. Juni 2014 tötete ein 53-Jähriger aus Hessen seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und flüchtete. Daraufhin wurden die Thüringer Spezialeinheiten angefordert. Schließlich wurde der Flüchtende auf der B 84 durch Kräfte des MEK festgenommen.

Die Einsatzbelastung für die Tatortgruppe ist etwa konstant geblieben. Zu 62 Einsätzen wurden die Kriminalisten im Jahr 2014 gerufen (2013: 61). Deren Schwerpunkt liegt in der Spurensicherung bei komplexen Tötungs- und Gewaltdelikten. Hier wurden im Jahr 2013 insgesamt 18 und im Jahr 2014 zwölf Fälle bearbeitet.

Die Tatortgruppe gewährleistete im gesamten Jahresverlauf das durchgängige Spurenmanagement für alle im Rahmen von Besonderen Aufbau-Organisationen im TLKA bearbeiteten Fälle. Dazu gehörte auch der immer noch nicht aufgeklärte Fall der ausgebrannten Polizeiautos im vergangenen Jahr. Darüber hinaus wurden im Rahmen des versuchten Tötungsdelikts in einer Erfurter Spielothek 1628 Spuren in 34 Tatkomplexen gesichert. In diesem Kontext erfolgte weiterhin die kriminaltechnische Untersuchung von neun Fahrzeugen im TLKA.

Die etwas mehr als 30 Beamten des SEK gehören zur Abteilung 3 „Einsatz- u. Ermittlungsunterstützung“ des Dezernates 32 im LKA Thüringen an.