Nürnberg | Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich um die Original Presseaussendung der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth (23.01.2017), die wir völlig unkommentiert bzw. abgeändert veröffentlichen.

Schusswaffengebrauch gegen Polizeibeamte in Georgensgmünd: Ermittlungsverfahren gegen weiteren Beschuldigten eingeleitet.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen wurde gegen einen Polizeibeamten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beihilfe zum Totschlag durch Unterlassen eingeleitet

Am 19.10.2016 war es im Rahmen des Vollzugs mehrerer Beschlüsse zu einer Schussabgabe des zwischenzeitlich in Untersuchungshaft befindlichen Beschuldigten Wolfgang P. gekommen, wodurch ein Beamter des SEK getötet und ein weiterer verletzt worden war. Nunmehr wird gegen den 50-jährigen Polizeibeamten ermittelt, der am 23.11.2016 vom Dienst suspendiert worden war.

Im Rahmen der weiteren Ermittlungen ergaben sich aus den Kontakten des Beschuldigten P. zu dem Polizeibeamten Erkenntnisse, dass dieser vom Waffenbesitz des Beschuldigten P. und dessen Kontakten zu anderen sogenannten „Reichsbürgern“ wusste. Es besteht der Verdacht, dass der Polizeibeamte die Gefahr, die von Wolfgang P. ausging, erkannte und er damit rechnen konnte, dass es bei dem Einsatz vom 19.10.2016 in Georgensgmünd zum Schusswaffengebrauch kommen würde. Der Polizeibeamte wäre daher aus Sicht der Staatsanwaltschaft dienstlich verpflichtet gewesen, diese Erkenntnis weiterzugeben, sodass nach derzeitigem Stand durch Ergreifung geeigneter Maßnahmen die tödliche Schussabgabe hätte verhindert werden können.

Dem Beschuldigten Polizeibeamten wurde der Tatvorwurf eröffnet und er hat sich hierzu bisher nicht geäußert.

I.A.
Traud
Oberstaatsanwaltin

 

Lesen Sie hier: Nach tödlichen SEK-Einsatz: Auch ehemalige Heimatstadt trauert