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Nürnberg | Nach dem kaltblütigen Mord an dem 32-jährigen Polizeibeamten Daniel Ernst durch einen 49-jährigen ‚Reichsbürger‘ am 19. Oktober 2016 in Georgensgmünd hat heute in der Lorenzkirche in Nürnberg ein ökumenischer Trauergottesdienst stattgefunden.

Noch immer stehen wir alle diesem schrecklichen Ereignis fassungslos gegenüber„, erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in seiner Traueransprache. „Dieser Angriff war ein Angriff auf unsere gemeinsamen Werte, auf unsere Demokratie, auf uns alle!

Foto: © dpa
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Es falle immer noch schwer, diese grausame Tat zu begreifen. Der Tod von Daniel Ernst sei ein schmerzlicher Verlust. „Unser ganzes Mitgefühl, unsere große Anteilnahme, unsere volle Solidarität gelten in diesen schweren Stunden den Eltern, den Angehörigen, den Freunden und den Kollegen, allen, die Daniel Ernst in seinem viel zu kurzen Leben gekannt, geliebt und geschätzt haben“, so der Minister weiter.

Wir werden Dich nicht vergessen!
Wir werden Daniel Ernst ein treues, ehrendes und dauerhaftes Andenken bewahren!

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Wie Herrmann deutlich machte, war Daniel Ernst Polizeibeamter mit Leib und Seele. Mit großem Engagement begann er im März 2004 seine Karriere bei der Bayerischen Polizei. Nach seiner Ausbildung und einer Zeit in einer geschlossenen Einheit wechselte er 2008 zum Unterstützungskommando (USK) der Bereitschaftspolizei nach Nürnberg. Aufgrund seiner ausgezeichneten Leistungen empfahl er sich für seine spätere Verwendung bei der Polizeiinspektion ‚Spezialeinheiten Nordbayern‘.
Auch dort überzeugte Daniel Ernst durch sein fachliches Wissen, seine menschlichen Qualitäten und seinen Charakter.

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„Ob körperliche Leistungsfähigkeit, taktisches Geschick oder überragendes Engagement – immer ist er an seine persönliche Leistungsgrenze gegangen“, ergänzte Minister Hermann.
„Daniel Ernst war ein hoch angesehener und pflichtbewusster Polizeibeamter. Es erfüllt mich mit großer Trauer, jetzt vor dem Sarg dieses jungen Menschen zu stehen.“ Herrmann sei es deshalb ein Herzensanliegen, die Risiken für das Leben und die Gesundheit der Polizistinnen und Polizisten soweit möglich zu minimieren. „Deshalb werde ich mich auch künftig für die besten Voraussetzungen bei Ausbildung und Ausstattung unserer Bayerischen Polizei einsetzen“, sicherte der Innenminister zu.

Der Trauergottesdienst wurde von der Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern, Oberkirchenrat Detlev Bierbaum sowie Weih- und Polizeibischof Dr. Bernhard Haßlberger zelebriert. Neben dem Landespolizeipräsidenten Prof. Dr. Wilhelm Schmidbauer und dem mittelfränkischen Polizeipräsidenten Johann Rast nahmen auch Abordnungen aller Verbände der Bayerischen Polizei teil.
Außerdem waren Delegationen von Polizeibehörden aus ganz Deutschland sowie aus dem Ausland vor Ort.

Foto: © dpa
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Als besonderer Ausdruck der Trauer und Verbundenheit fand zu Beginn des Trauergottesdienstes um 15 Uhr eine bundesweite Schweigeminute statt. Alle Polizistinnen und Polizisten der Bayerischen Polizei konnten zu diesem Zeitpunkt innehalten und ihres getöteten Kollegen gedenken.

Auch Kolleginnen und Kollegen anderer Bundesländer haben sich als Zeichen der Solidarität und Anteilnahme an der Schweigeminute beteiligt.

 

Deutsche Polizeigewerkschaft - Rainer Wendt
Deutsche Polizeigewerkschaft – Rainer Wendt

Außerdem wird die Bayerische Polizei bis zum 2. November 2016 an allen Fahrzeugen Trauerflor tragen.