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Berlin | Im vergangenen Jahr verging statistisch kein Tag an dem das Berliner Spezialeinsatzkommando (SEK) nicht zum Einsatz kam. Mit 581 Einsätzen verzeichneten die Spezialeinsatzkräfte der Berliner Polizei einen Anstieg um 26  Vorgänge im Vergleich zum Vorjahr (555) – wir berichteten. Dieses dürfte in der Geschichte des SEK Berlin ein weiterer Rekord sein, lag der Jahresdurchschnitt meist um maximal 500 Einsätze. Auch sind die Berliner Elite-Polizisten damit das meist eingestzte Spezialeinsatzkommando in Deutschland.

Polizeibeamte des Spezialeinsatzkommandos Berlin | Foto Archiv © Tomas Moll

Zum Vergleich: Wie ein Sprecher des Innenministeriums Nordrhein-Westfalens auf Anfrage von SEK-Einsatz.de mitteilte, kamen die Spezialeinheiten des Landes NRW im Jahr 2015 insgesamt 871 Mal zum Einsatz. „Ob Bedrohungslagen, polizeiliche Unterstützungsmaßnahmen oder Festnahmen von Gewalttätern, wir sind stolz und froh, auf unsere Spezialeinheiten des Landes zurück greifen zu können“, heißt es aus dem MIK NRW. Die Spezialeinheit des Zolls ZUZ erledigt rund 70 Einsätze pro Jahr.

Polizeisprecher Carsten Müller ergänzte: „Das Spezialeinsatzkommando führte insgesamt 4 Einsatzunterstützungen bei Staatsbesuchen bzw. einzelnen relevanten Veranstaltungen mit entsprechender Beteiligung aus der Politik durch.

Beamte des Personenschutzes des LKA Berlin | Foto: Archiv © Tomas Moll

Der Personenschutz des Landeskriminalamt leistete im vergangenen Jahr 200 Einsätze für Berlin-Besucher, wobei dazu nicht nur Staatsbesuche zählten.

385 MEK Einsätze in Berlin

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Die Männer und Frauen des Mobilen Einsatzkommando (MEK) Berlin kamen insgesamt 385 mal zum Einsatz und somit genau 45 mehr als im Vorjahr. Dabei haben die verschiedenen Kommissariate meist den Auftrag Observationsmaßnahmen durchzuführen.

Die Zahl der Einsätze der Verhandlungsgruppe (VG) ging um acht auf 42 bearbeitete Vorgänge leicht zurück, wovon fast sämtliche Lagen ‚friedlich‘ durch das Verhandlungsgeschick der besonders geschulten Beamten gelöst werden konnten.

676 Einsätze des MEK A/OD

Die meisten Einsätze wurden beim Mobilen Einsatzkommando Aufklärung / Operative Dienste mit insgesamt 676 (Vorjahr: 767) Einsätze bearbeitet. Das Dezernat A/OD besteht aus spezialisierten Mitarbeitern, welche in den unterschiedlichsten Bereichen polizeilich relevante Personen oder Gruppierungen betreuen (Szenekundige Beamte). Im Rahmen ihrer Arbeit unterstützen und beraten die Beamten nicht nur ihre Berliner Kollegen sondern teilweise bundesweit oder sogar international, so die Berliner Polizei.

Die Polizei Berlin durchsuchte am 13.01.2016 in der Rigaer Straße mit einem Großaufgebot ein Wohnhaus der linksextremen Szene, um gefährliche Gegenstände aufzufinden. Foto: Archiv © Tomas Moll

Mehrarbeit von 112.344 Stunden

In den Bereichen Personenschutz, Mobiles Einsatzkommando, Spezialeinsatzkommando sowie Mobiles Einsatzkommando Aufklärung / Operative Dienste kam es zu einer Mehrarbeit von 112.344 Stunden, wovon parallel 30.554 Stunden durch Freizeitausgleich abgebaut werden konnten, so Müller.

15 SEK Beamte verletzt

In 15 Fällen im Zeitraum 2016 kam es zu Verletzungen von Einsatzbeamten des Berliner SEK bei der Bewältigung von Einsatzlagen bzw. beim Training.