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Duisburg | Im Auftrag der Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität Bochum gelang bereits am frühen Morgen des 28. Oktober 2015 den federführenden Einsatzkräften der Hauptzollämter Duisburg und Bielefeld ein Schlag gegen organisierte Schwarzarbeit, wie das Hauptzollamt Duisburg diese Woche mitteilte.

Rund 400 Beamte im Einsatz

Mit der bundesweiten Unterstützung von 16 Hauptzollämtern, der Bundesfinanzdirektion West, dem Zollkriminalamt, der Steuerfahndung und Spezialkräften der Landespolizei Nordrhein-Westfalen durchsuchten unter anderem rund 400 Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit eine Vielzahl an Geschäftsräumen, Privatwohnungen und Steuerberater-Kanzleien.

Im Zentrum der Ermittlungen stand eine gewerbsmäßige Bande, die dringend tatverdächtig war, seit mehreren Jahren vorrangig Firmen aus der Bau-, Gerüstbau- und Gebäudereinigungsbranche mit Schein- beziehungsweise Abdeckrechnungen über sogenannte Kick-Back-Zahlungen mit Schwarzgeld für Schwarzlohnzahlungen und verdeckte Gewinnentnahmen versorgt zu haben.

Die Kunden dieser „Geldwaschanlage“ sparten sich auf diese illegale Weise Beiträge zur Sozialversicherung, Lohnsteuer sowie Sozialkassenbeiträge und machten aus den eingebuchten Rechnungen Vorsteuern gegenüber dem Finanzamt geltend. Nach ersten Ergebnissen flossen mindestens 30 Millionen Euro durch die Hände der Bande, die sich ihre Dienstleistung gut bezahlen ließ.
Um Rückschlüsse auf ihre Personen zu vermeiden, gründeten die Beschuldigten über ein Dutzend GmbHs und verwendeten hierbei regelmäßig gefälschte EU-Pässe.

ZUZ Einsatz nach fast 12 Monaten verdeckte Ermittlungsarbeit

Der Hauptverdächtige konnte durch Spezialeinsatzkräfte der Zentralen Unterstützungsgruppe Zoll (ZUZ) festgenommen werden. In seiner Wohnung fanden die Beamten bei der Durchsuchung hohe Bargeldbeträge, gefälschte Pässe sowie eine Pistole mit zwei Magazinen. Auch bei weiteren Beschuldigten wurden illegale Waffen und Bargeld aufgefunden. Drei Bandenmitglieder wurden ebenfalls in Untersuchungshaft genommen.

Dem Großeinsatz, der unter dem Namen „BAO Windmühle“ stattfand, waren fast zwölf Monate verdeckte Ermittlungsarbeit vorausgegangen.
Die Auswertung der zahlreich beschlagnahmten Asservate dauert an.