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Hamburg / Glinde | Erste Verurteilungen gegen eine kasachisch armenische Tätergruppierung wegen Hinterziehung von 1,8 Millionen Euro Tabaksteuer. Seit 2014 ermitteln Beamte des Zollfahndungsamts Hamburg – Dienstsitz Kiel – gegen eine Tätergruppe, die gewerbsmäßig Handel mit unversteuerten Zigaretten treibt.

Die Große Strafkammer des Landgerichts Lübeck verurteilte bereits im Dezember 2015 einen 39-jährigen armenischen Zigarettenlieferanten zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten.
Anfang Februar diesen Jahres wurde nun auch der 30-jährige kasachische Hauptabhnehmer durch das Gericht zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass beide im Tatzeitraum von Januar 2014 bis zu ihrer Festnahme am 15. Juni 2015 in 55 Fällen unversteuerte Zigaretten in einer Größenordnung von jeweils 500 bis 2.350 Stangen (100.000 bis 470.000 Stück) aus Polen nach Deutschland einschmuggelten. Der Tatumfang beläuft sich auf rund 12 Millionen Zigaretten, die hinterzogene Tabaksteuer mithin auf über 1,8 Millionen Euro.

Die Festnahme erfolgte seinerzeit in Glinde durch die Spezialeinheit ZUZ des Zollkriminalamts aus Köln – SEK-Einsatz.de berichtete.

Beamte der ZUZ im Einsatz | Archiv Foto © Tomas Moll
Beamte der ZUZ im Einsatz | Archiv Foto © Tomas Moll

Auf Bestellung des Hauptabnahmers wurden durch den Lieferanten aus Weißrussland, der Ukraine, Russland, Litauen und Polen die Zigaretten beschafft und versteckt in Pkw und Lkw über die deutsch-polnische Grenze nach Glinde und Hamburg geliefert. Anschließend verkaufte der nun verurteilte Hauptabnehmer die Zigaretten im südlichen Schleswig-Holstein und in Hamburg gewinnbringend weiter.

Weitere Ermittlungen richten sich gegen Beihelfer und rund 200 Abnehmer. Diese Ermittlungen dauern noch an.