Ort der Übung - JVA Landsberg | Foto: Polizei Oberbayern Nord

Landsberg – Die JVA in Landsberg war gestern (31.05.2011) der Ort einer Übung von Polizeikräften des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Das Szenario war eine Geiselnahme.

Das erfolgreiche Zusammenwirken von Justiz und Polizei in einer Extremlage war das Hauptziel einer ab 14:00 Uhr durchgeführten Vollübung in der Justizvollzugsanstalt Landsberg. Laut Übungslage nahmen zwei Häftlinge in den Nachmittagsstunden zwei Geiseln und verschanzten sich im Zugangsbereich. Die beiden Häftlinge forderten Lösegeld und ein Fluchtfahrzeug.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord übernahm die Einsatzleitung vor Ort und koordinierte den Einsatz von insgesamt 200 Beamten der Landespolizei und rund 100 Justizbeschäftigten .

Insbesondere die Verhandlungskräfte (VG) nutzten die Gelegenheit, intensiv mit den Tätern bezüglich der gestellten Forderungen in Kontakt zu bleiben. Justiz und Polizei hatten ausreichend Gelegenheit, bestehende Einsatzkonzeptionen auf Optimierungsmöglichkeiten hin zu überprüfen.

Übungsende war um 21:18 Uhr auf der Bundesstraße 17. Dort gelang es Spezialeinheiten der Polizei Bayern die beiden flüchtigen Gewalttäter und einen unerwartet dazugekommenen dritten Täter in ihren Fahrzeugen festzunehmen.

Noch in der Anstalt misshandelten sie eine Geisel so schwer, dass die Einsatzleitung nach Freilassung der verletzten Person die Abfahrt aus der Anstalt nicht verhindern konnte. Die zweite Geisel ließen die Täter vor ihrer Festnahme auf der Bundesstraße frei.

Die für die Übung Verantwortlichen zeigten sich in einer ersten Bewertung des Übungsverlaufes und der getroffenen Maßnahmen zufrieden. Alle wesentlichen Übungsziele konnten bereits im Rahmen der ersten Abschlussbesprechung als erfüllt angesehen werden.

Ausbildungsleiter und Polizeivizepräsident Winfried Bischler lobte vor allem die vier Einsatztrainer des Polizeipräsidiums, die perfekt als Täter und Geisel agierten und so für die Einsatzkräfte eine echte Herausforderung darstellten.

Die Leiterin der Justizvollzugsanstalt, Monika Groß, zog eine überaus positive Bilanz der Arbeit der Justizbeamten und bedankte sich ausdrücklich für das gezeigte hohe Engagement aller beteiligen Dienstkräfte. Der Einsatzleiter des Polizeipräsidiums, LKD Jürgen Schermbach, war ebenfalls sehr zufrieden. Die Übung lieferte den Beweis, dass das gemeinsame Einsatzkonzept von Polizei und JVA zur Bekämpfung von Gewaltkriminalität innerhalb der Anstalt reibungslos funktioniert, berichtet das PP Oberbayern Nord.

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