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Hamburg/Glinde | Seit 2014 ermittelt das Zollfahndungsamt Hamburg im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kiel gegen eine kasachisch, armenische Tätergruppe, die im Verdacht steht mit größeren Mengen unversteuerter Zigaretten zu handeln. Die Zigaretten wurden durch armenische Tatverdächtige nach Glinde in die Halle eines 29-jährigen Haupttatverdächtigen geliefert. Von dort aus erfolgte die Verteilung an weitere Abnehmer.
Es besteht der Verdacht , dass seit Ermittlungsbeginn wöchentliche Lieferungen von mindestens mehreren hunderttausend Stück unversteuerter Zigaretten abgewickelt worden sind.

Am vergangenen Montag erfolgte dann in den frühen Morgenstunden während einer Zigarettenübergabe ein Zugriff durch Einsatzkräfte des Zollfahndungsamtes Hamburg und der Spezialeinheit ZUZ – Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll – des Zollkriminalamtes Köln am Zigarettenlager in Glinde.
Darüber hinaus wurden zeitgleich weitere neun Durchsuchungsmaßnahmen in Hamburg, Barmstedt und Henstedt-Ulzburg vollstreckt. Es konnten 676.000 Stück unversteuerte Zigaretten, fünf Luxus PKW im Wert von insgesamt über 200.000 Euro und ca.128.000 EUR Bargeld sichergestellt werden.

sichergestellte Zigaretten im Lager in Glinde | Foto: © Zoll
sichergestellte Zigaretten im Lager in Glinde | Foto: © Zoll

Am Zugriffstag wurde der 29-jährige Haupttäter, zwei armenische Lieferanten, ein polnischer LKW Fahrer, ein ebenfalls 29-jähriger Helfer und ein rumänischer Gehilfe vorläufig festgenommen. Der 29-jährige Haupttäter sowie einer der Lieferanten versuchten bei der Zigarettenübergabe an der Halle in Glinde zu fliehen, konnten aber durch die Einsatzkräfte der ZUZ gestellt werden. Die Ermittlungen werden fortgeführt, sie richten sich gegen mehr als 14 Personen.

Der Steuerschaden für die beschlagnahmten Zigaretten beläuft sich auf 160.000 Euro. Aufgrund der bisherigen Ermittlungen dürften die Täter allerdings Zigaretten im zweistelligen Millonenbereich abgesetzt haben.