Bernd Brämer - Präsident Bundespolizeiakademie | Foto: Bundespolizei

Zum Tag der offenen Tür am 28.05.2011 öffnete die Bundespolizeiakademie in Lübeck ihre Türen und präsentierte sich den Bürgerinnen und Bürger mit ihrem gesamten Leistungsspektrum.

Interview mit Bernd Brämer | Präsident der Bundespolizeiakademie

Worauf sind Sie besonders stolz?

Besonders stolz bin ich auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die diesen Tag mit viel Engagement und persönlichen Einsatz geplant, vorbereitet und gestaltet haben. Durch dieses Engagement ist es uns gelungen, den Besucherinnen und Besucher auf interessante und unterhaltsame Weise die vielfältigen Aufgaben der Bundespolizei zu präsentieren.

Und noch etwas erfüllt mich mit besonderem Stolz: das ist der gute Ruf der Bundespolizei und der Bundespolizeiakademie bei den Polizeien im In- und Ausland und die Anerkennung, die wir und unsere Arbeit dort genießen.

Auch freut es mich zu sehen, wie sich unsere Nachwuchskräfte im mittleren, gehobenen und höheren Dienst in der Ausbildung intensiv auf ihr Berufsleben in der Bundespolizei vorbereiten, um ihre künftigen Aufgaben zum Wohle aller erfüllen zu können.

Die Bundespolizei hat in den zurückliegenden Jahren jährlich rund 500 Polizeimeisteranwärterinnen und -anwärter für den mittleren und  rund 250 Polizeikommissaranwärterinnen und –anwärter für den gehobenen Dienst eingestellt. Wie ist die Bewerberlage?

Aufgrund der Beliebtheit des Polizeiberufs haben wir für dieses Jahr noch  eine gute Bewerberlage. Ich muss jedoch feststellen, dass Rückgänge bei den Bewerberzahlen zu verzeichnen sind. Auch die Bundespolizei muss vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in unserem Land, ihre Anstrengungen verstärken, um qualifiziertes Personal gewinnen zu können.

Was müssen die jungen Menschen für den Polizeidienst mitbringen?

Teamfähigkeit, Leistungsbereitschaft, Mobilität, Demokratieverständnis, Flexibilität, Kommunikationsvermögen und ein positives Erscheinungsbild sind Eigenschaften, die bei uns groß geschrieben werden.

Welche Möglichkeiten bietet ihnen eine Laufbahn bei der Bundespolizei?

Neben einem interessanten und krisensicheren Beruf bietet die Bundespolizei eine gute Bezahlung – und das bereits in der Ausbildung und im Studium. Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht ein breites Feld von Spezialisierungsmöglichkeiten offen. Leistungsstarken Beamtinnen und Beamten eröffnet sich die Chance durch  Aufstiegsmöglichkeiten Karriere zu machen.

Die Bundespolizei – hervorgegangen aus dem Bundesgrenzschutz – feiert dieses Jahr ihr 60jähriges Jubiläum und blickt auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Wie geht es weiter?

Die Bundespolizei muss sich den gesellschaftlichen Entwicklungen stellen:

Das sind insbesondere die Globalisierung, eine zunehmende Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft – auch gegenüber Polizeibeamten, eine alternde Gesellschaft und die Auswirkung auf die Sozialsysteme.

Wir werden die Bundespolizisten weiterhin in professioneller Weise auf die Herausforderungen des täglichen Dienstes vorbereiten und aktuelle Änderungen und neueste Erkenntnisse an die Beamten im täglichen Einsatz vermitteln. Die hohe Qualität der Polizeiarbeit in Deutschland werden wir erhalten. Wir werden alles dafür tun, ein rechtlich sicheres und verhältnismäßiges Handeln der Polizeibeamten zu gewährleisten. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der sichere Umgang der Mitarbeiter mit den zur Verfügung stehenden Führungs- und Einsatzmitteln. Ziel ist es immer, mit allen unseren Maßnahmen, einen Beitrag für die Sicherheit in Deutschland zu leisten.

Das Fortbildungsprogramm der Bundespolizeiakademie 2011/2012 (Zeitraum vom 01. September 2011 bis 31. August 2012) befindet sich derzeit in Arbeit.

Dabei sind nach jetzigem Stand der Planungen ca. 1377 Lehrgänge und Seminare mit insgesamt ca. 15.500 Teilnehmern vorgesehen.

Die Zusammenarbeit mit verschiedenen nationalen und internationalen Behörden und Organisationen wird weiter vertieft.

Die finanziellen Rahmenbedingungen stellen auch die Bundespolizeiakademie vor große Herausforderungen und verlangen einen gut durchdachten Umgang und eine grundlegende Überprüfung der strategischen Ausrichtung der Aus- und Fortbildung.

Die kommenden CASTOR-Einsätze und der geplante Papstbesuch in Deutschland werfen bereits ihre Schatten voraus. Hier wird die Bundespolizeiakademie wie bisher auch ihren Beitrag leisten.

Wo liegen künftig die Schwerpunkte in der Aus- und Fortbildung und in der Nachwuchswerbung?

Die Schwerpunkte liegen in der Ausbildung des mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienstes in der Vermittlung einer Querschnittsgrundbefähigung für die Aufgabenbereiche Verband, Grenzpolizei, Bahnpolizei  und Luftsicherheit. Im gehobenen Dienst kommt auch eine Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten sowie Methodenkompetenz und eine Führungsgrundbefähigung hinzu.


Auch in der Fortbildung orientieren sich die Schwerpunkte selbstverständlich an dem aktuellen Bedarf. Hier stehen derzeit insbesondere die Vorbereitung für die Verwendung von Polizeibeamten im Ausland einschließlich der Förderung fremdsprachlicher Kompetenzen, die Steigerung der Führungskompetenz sowie die weitere Qualifikation von Polizeitrainerinnen und -trainern auf dem Programm. Weitere Schwerpunkte sind der Qualitätserhalt und die Qualitätssteigerung der allgemeinpolizeilichen Kenntnissen und Schulungen für die Einführung technischer Neuerungen, z. B.  die Einführung des Digitalfunks.

Vor dem Hintergrund der bereits angesprochenen demografischen Entwicklung in Deutschland, ist die Bundespolizei zukünftig noch stärker bemüht, Personal aus den Schwerpunktregionen für die Schwerpunktbereiche (Frankfurt/Main, Stuttgart, München) gewinnen zu können. Zur Stärkung des Bewerberkreises sprechen wir besonders Bewerber mit Migrationshintergrund an, so wie es die Bundesregierung als Ziel ausgegeben hat.

Die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist uns ebenfalls ein wichtiges Anliegen.

Quelle Text und Foto: BMI | Bundespolizei (Die Fragen stellte Maren Göre.)

Video via YouTube | Imagefilm der Bundespolizei