Zu den Spezialeinheiten in Sachsen zählen die Spezialeinsatzkommandos (SEK), die Mobilen Einsatzkommandos (MEK), Berater- und Verhandlungsgruppe, Operative Fallanalyse und die Tatort- und USBV-Gruppe.

Den Spezialeinheiten obliegt primär die operative Bekämpfung der schweren Gewaltkriminalität in ganz Sachsen (z.B. Einsatz bei Geiselnahmen oder ähnlich gelagerten Fällen). Daneben unterstützen sie den polizeilichen Einzeldienst in besonderen Einsatzlagen.

Das SEK Sachsen versteht sich als Dienstleister innerhalb der Behörde.
Angesiedelt sind die Spezialeinheiten beim LKA Sachsen Abteilung 4 – Spezialeinheiten und Spezialkräfte.
So unterstützen Berater, Verhandler und Fallanalytiker in polizeilichen Sonderlagen und besonderen Kriminalfällen, Beamte des Spezialeinsatzkommandos bei der Festnahme gefährlicher Straftäter, Beamte der Mobilen Einsatzkommandos bei der Observation von Tatverdächtigen, Mitarbeiter der Operativen Einsatztechnik bei der Überwachung Beschuldigter, Kriminaltechniker und Entschärfer (Tator-/USBV-Gruppe) bei der Feststellung des objektiven Tatbefundes und Beseitigung akuter Gefahren und schließlich Zeugenschutzbeamte beim Schutz gefährdeter aussagebreiter Personen.

Historie:

Mit der Gründung des Freistaates Sachsen im Jahr 1991 und dem einhergehenden Neuaufbau der sächsischen Polizei, wurde das Spezialeinsatzkommando der Polizei Sachsen geschaffen.

Dies geschah vor dem Hintergrund der Erfahrung der Bundesrepublik Deutschland im Zuge der Terrorismusbekämpfung und der Bekämpfung schwerwiegender Kriminalitätsphänomene.

Aufgaben:

Den Spezialeinheiten obliegt primär die operative Bekämpfung der schweren Gewaltkriminalität. Daneben unterstützen sie den polizeilichen Einzeldienst in besonderen Fällen.

Im Einsatz übernehmen sie grundsätzlich Maßnahmen, zu deren Durchführung eine spezielle Ausbildung und/oder Ausrüstung erforderlich ist, vorzugsweise das geschlossene Vorgehen unter Anwendung unmittelbaren Zwangs, die verdeckte Aufklärung, die Observation und alle sonstigen Maßnahmen mit erhöhtem Gefährdungsgrad.

Nach diesen Grundsätzen kommt ihr Einsatz insbesondere in Betracht bei:

  • Geiselnahmen
  • Entführungen
  • Erpressungen
  • Bedrohungslagen
  • Amoklagen
  • organisierter Kriminalität
  • Maßnahmen gegen terroristische oder andere Gewalttäter in sonstigen Fällen
  • dem Schutz von Personen und Objekten in besonderen polizeilichen Lagen
  • der Rettung von Menschenleben unter besonderen Bedingungen
  • Razzien, Kontrollen und Durchsuchungen

Im Rahmen von Ermittlungsarbeit von Dienststellen werden oft Erkenntnisse gewonnen, dass sich Straftäter bei der Begehung gravierender Straftaten bewaffnen oder sehr viel leichter geneigt sind, Gewalt zur Durchsetzung ihrer Ziele einzusetzen. An dieser Stelle kommen die örtlich zuständigen Polizeidienststellen regelmäßig an Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit. Insbesondere Ad hoc Lagen sind auf Grund der ständigen Einsatzbereitschaft mit einem einhergehenden effizienten Bereitschaftssystem lösbar. Zu professionellen Aufgabenlösen bedienen sich die Angehörigen des SEK spezieller Taktiken, ausgewählter Sondertechnik und einer differenzierten Spezialisierung.

Voraussetzungen:

Grundvoraussetzung ist die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung im Polizeivollzugsdienst und mehrjährige Erfahrung.
Voraussetzung für die Aufnahme in das SEK sind Flexibilität, Einfallsreichtum, Kreativität, eine überdurchschnittlich ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit, ausgezeichnete Physis und psychische Stabilität. Anders als ein Normalbürger leben SEK- Beamte mit einem latenten Gefahrenpotential. Um ihre Identität zu schützen werden alle Einsatzmaßnahmen mit Masken durchgeführt. SEK- Beamte sind immer auch Teamworker, die innerhalb ihrer Einsatzgruppe kompetent, aufmerksam und entschlossen agieren. Gewaltsame Lagelösungen sind immer das letzte Mittel zur Bewältigung einer Situation, daher werden alle Beamten psychologisch geschult, um auch im direkten Kontakt einen Täter zur Aufgabe zu bewegen.

Nachwuchssorgen hat das SEK Sachsen nicht, obwohl die finanziellen Anreize nicht sehr hoch sind und die Einsatzzeiten das „Normale“ Maß meist überschreiten. Die anspruchsvolle Ausbildung und eine fassettenreiche Tätigkeit locken. Kein Einsatz gleicht dem Anderen – Routine kann bei derartigen Einsätzen tödlich sein.

Angehende SEK- Beamte rekrutieren sich aus den Reihen der Polizei des Freistaates Sachsen, in seltenen Fällen auch aus den Reihen der Bundespolizei. Körperliche Fitness und psychische Belastbarkeit sind eine wesentliche Voraussetzung. In einer 12-Monatigen Ausbildung lernen sie das Führen von Fahrzeugen, auch in Grenzbereichen, üben sich im Eindringen in Gebäude, Busse, Schiffe, Schienen- und Luftfahrzeuge, seilen sich von Helikoptern ab, -pauken Eingriffsrecht, Taktik, Ballistik, Sprengstoffkunde, lernen Fremdsprachen, 1. Hilfe und üben ständig der sicheren Umgang mit der Waffe.

Der ehemalige Kommandoführer des SEK Sachsen Horst Kretzschmar „predigt“ seinen Mitgliedern der SE, dass man diesen Beruf nicht als Job machen kann. Vielmehr gehört das Herz und die Seele dazu, wer meint er mache das „nebenbei“ ist beim SEK Sachsen fehl am Platz.

 

Schlussbemerkung:

Perfektion ist die Maxime des SEK! Sie müssen sich aufeinander verlassen können, gerade in Extremsituationen. Menschenleben zu retten, hat oberste Priorität. Das Team weiß, dass es dafür im Ernstfall auch das eigene Leben auf Spiel setzen muss. Eine falsche Reaktion kann das Leben kosten- auf beiden Seiten! In der Gesellschaft müssen sich die Profis gegen das Klischee der „coolen Rambos“ zur Wehr setzen. Die Realität sieht anders aus: „Waffennarren“ sind im Team fehl am Platz. Sich offen zu seinen Stärken und Schwächen zu bekennen gehört zum Aus- und Fortbildungskonzept. Ein unzählige Male geübtes und praktiziertes Zusammenspiel von Überraschung und Schnelligkeit prägt die lautlosen Spezialisten der sächsischen Polizei.

Auch wenn die Einsatzszenarien oftmals aufsehenerregend und spektakulär sind, so führen die Spezialeinheiten doch nur die akribische Vorarbeit der Ermittlungsdienststellen zu ihrem Ende. Ihre Arbeit ist nur ein Teil in der Gesamtheit der Maßnahmen zur polizeilichen Kriminalitätsbekämpfung. Und so sehen sie sich auch in ihrem Leitbild:

Die Spezialeinheiten – Dienstleister für besondere Einsatzlagen!

Video zum SEK Sachsen

Quelle: LKA Sachsen | SEK-Einsatz.de dankt für die professionelle Öffentlichkeitsarbeit

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Foto: © Dominik Brüggemann, mit freundlicher Genehmigung durch dnn-online.de

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Quelle: YouTube | FreistaatSachsen