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Hamburg | Am Montag stellten Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) und Polizeipräsident Ralf Martin Meyer die neue Schutzausstattung für die Polizei in der Hansestadt vor. „Die Bedrohung durch terroristische Gewalttäter ist angestiegen. Mit dem Hintergrund bereits verübter Terroranschläge in West-Europa ist es für uns unabdingbar, die Bewältigung eines terroristischen Anschlags umfassend vorzubereiten. So mussten polizeiliche Einsatzkonzeptionen angepasst und Ausstattungen ergänzt werden„, teilte die Polizei Hamburg mit.

 

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In Zukunft werden 70 Streifenwagenbesatzungen mit ballistischen Schutzwesten der Firma BSST, ballistischen Hochleistungs-Schutzhelmen von ULBRICHTS Protection und den Standard-Maschinenpistolen Heckler & Koch MP5 ausgestattet sein.

Neu ist, dass wir die Kräfte des täglichen Dienstes, die als erstes vor Ort sind, mit einer Schutzvariante der Schutzklasse 4 ausstatten, so dass auch sie gegen Langwaffen und Waffen mit hoher Energie gesichert sind und gegen Täter vorgehen können„, sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer am Montag in Hamburg. Dieses entspricht dem polizeilichen Einsatzkonzept, wonach die ersten Kräfte vor Ort – in der Regel die Streifenwagenbesatzungen – bereits den Kampf gegen terroristische Attentäter oder Amokläufer aufnehmen.

Polizeipräsident Ralf Martin Meyer präsentiert das neue Schutzkonzept für Streifenwagenbesatzungen | Foto: Polizei Hamburg
Polizeipräsident Ralf Martin Meyer präsentiert das neue Schutzkonzept für Streifenwagenbesatzungen | Foto: Polizei Hamburg

Spezialeinheiten erhalten HMV SURVIVOR I

Die Spezialeinsatzkräfte des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) Hamburg erhalten das geschützte Sondereinsatzfahrzeug „HMV SURVIVOR I“ vom österreichischen Hersteller Achleitner. Das „High Mobility Vehicle“ ist ein geländegängiges Einsatzfahrzeug mit hohen Sicherheitsansprüchen gegen ballistische Bedrohung, Minen und IED. Das rund sechs Meter lange und 9,8 Tonnen schwere Fahrzeug ist ausgestattet mit permanentem Allrad, drei 100%-igen Differentialsperren, einem vollautomatischen Getriebe sowie einer vollautomatischen Reifendruckregelanlage. Das Fahrzeug wurde entwickelt um den weltweiten Sicherheitsansprüchen von Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei gerecht zu werden und schützt vor Beschuss mit Langwaffen. Der Achleitner HMV SURVIVOR I bietet bis zu zehn Beamten Platz und erreicht mit seinen knapp 238 PS und 6,6 Liter Hubraum eine Spitzengeschwindigkeit von rund 100 km/h.

Blick in den HMV SURVIVOR I der Firma Achleitner | Foto: © Tomas Moll
Blick in den HMV SURVIVOR I der Firma Achleitner | Foto: © Tomas Moll

HEANEL Langwaffe CR223 für Spezialkräfte

Ebenfalls zum neuen Ausstattungspaket der Polizei Hamburg gehören halbautomatische Langwaffen im Kaliber 5,56 x 45 mm NATO. Dabei fiel die Wahl auf das CR223, eine Eigenentwicklung von C.G. Haenel im beliebten AR 15-Standard.

Die Haenel CR 223 – halbautomatische AR-Variante aus Suhl | Foto: © C. G. Haenel
Die Haenel CR 223 – halbautomatische AR-Variante aus Suhl | Foto: © C. G. Haenel

Dieses dürfte nicht nur an die Spezialeinsatzkräfte sondern auch an die Spezialkräfte der Bereitschaftspolizei, der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) ausgegeben werden.

Die Kosten für das neue Schutzausrüstungspaket in die Sicherheit der Einsatzkräfte der Polizei Hamburg betragen rund 4.5 Millionen Euro.