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Die GSG 9 der Bundespolizei (GSG 9 BPOL) mit Sitz in Sankt Augustin ist die polizeiliche Spezialeinheit der Bundespolizei zur Bekämpfung von Terrorismus und schwerster Gewaltkriminalität. Sie wurde am 26. September 1972, aufgrund der Erfahrungen beim Überfall eines palästinensischen Terrorkommandos auf die israelische Olympiamannschaft während der Olympischen Spiele in München, gegründet.

Die GSG 9 BPOL wird auf der Grundlage des Bundespolizeigesetzes sowohl im originären Aufgabenbereich der Bundespolizei als auch zur Unterstützung anderer Bedarfsträger, z.B. des Bundeskriminalamtes, des Auswärtigen Amtes, der Polizeien der Länder und der Bundeszollverwaltung, eingesetzt. Die Polizeivollzugsbeamten der GSG 9 BPOL nehmen zudem an polizeilichen Auslandsmissionen der EU, VN etc. teil, leisten Ausbildungsunterstützung für Spezialeinheiten im In- und Ausland und werden auf Anfrage auch beratend oder gutachterlich tätig. Die Entscheidung über den Einsatz der GSG 9 BPOL trifft das Bundesministerium des Innern (BMI). Näheres ist in einer besonderen Dienstanweisung für die GSG 9 BPOL geregelt.

Der Einsatz der Spezialeinheit verfolgt primär das Ziel, gefährdetes Menschenleben zu retten. Die GSG 9 BPOL wird sowohl offen als auch verdeckt zur Bewältigung komplexer oder besonders gefährlicher Lagen eingesetzt, wenn Widerstand unter Anwendung von Waffen, Explosivstoffen, Sprengvorrichtungen, Gefahrstoffen, Organismen oder anderer gefährlicher Materialien nicht auszuschließen ist.

Unter Berücksichtigung des polizeilichen Lagebildes entwickelt und erprobt die GSG 9 BPOL ständig neue Methoden, Taktiken und Techniken sowie spezielle Führungs- und Einsatzmittel.

Die Einsätze der GSG 9 BPOL finden grundsätzlich unbemerkt von der Öffentlichkeit statt.

Chronik

Im September 1972 überfiel das palästinensische Terrorkommando „Schwarzer September“ die israelische Olympiamannschaft während der Olympischen Spiele in München. Bei dem Befreiungsversuch auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck kamen alle Geiseln, fünf palästinensische Terroristen und ein Polizeibeamter ums Leben.Dieser traurige Anlass wurde zur Geburtsstunde der damals als Grenzschutzgruppe 9 (GSG 9) bezeichneten Spezialeinheit des Bundes sowie der Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Bundesländer.

Der zu jener Zeit als Verbindungsoffizier beim Bundesinnenminister Genscher tätige Oberstleutnant im BGS Wegener wurde mit der Aufstellung dieser Einheit zur Rettung von Menschenleben in Fällen schwerster Gewaltkriminalität beauftragt.

Im April 1973 meldet Gründungskommandeur Wegener die Einsatzbereitschaft von zwei Einsatzeinheiten der GSG 9.

Am 17. Oktober 1977 bestand die GSG 9 ihre „Feuertaufe“ bei der Befreiung von Geiseln aus der Lufthansa-Maschine „Landshut“ in der somalischen Hauptstadt Mogadischu.

Bei der Festnahme der RAF-Terroristen Hogefeld und Grams kam es am 27. Juni 1993 auf dem Bahnhof in Bad Kleinen zu einem Einsatz der GSG 9, bei dem der Polizeikommissar im BGS Newrzella von dem RAF-Terroristen Wolfgang Grams ermordet wurde. Grams beging anschließend Suizid.

Einsatzspektrum

Die GSG 9 BPOL ist besonders qualifiziert für den Einsatz an und in modernen Verkehrsmitteln. Diese stellen allerdings nur einen Bruchteil potentieller Einsatzorte dar.

Immer wieder wird die Befreiung von Geiseln in unterschiedlichen Szenarien trainiert. Der Gruppe gehören unter anderem Taucher, Präzisionsschützen und Fallschirmspringer an. Bewerber werden einem strengen Eignungstest unterzogen. Sie erhalten dann eine viereinhalb Monate dauernde Basisausbildung und eine ebenso lange Spezialausbildung. Danach werden die Beamten, so viel ist die GSG 9 bereit zu offenbaren, in den drei Einsatzeinheiten für die jeweilige Spezialverwendung weitergebildet und ständig trainiert. Zur Ausbildung gehört der Nahkampf, das Abseilen aus Hubschraubern und das Aufsprengen von Türen.

Doch was sind heute reale Einsätze?
Dazu schweigt Olaf Lindner, Kommandeur der GSG 9. Alles streng geheim. Nicht einmal den Angehörigen dürfen seine Leute Details erzählen: „Natürlich arbeiten wir diese Themenfelder auch in unserer Gemeinschaft innerhalb der GSG 9 auf, dass heißt wir diskutieren entsprechend darüber. Wir sehen uns als große Gemeinschaft, in dieser Familie darf das dann auch alles besprochen werden, aber es soll auch in dieser Familie bleiben.“ Der bislang letzte bekannte Einsatz der Männer der GSG 9 war die Festnahme von drei mutmaßlichen islamistischen Terroristen im Sauerland Anfang September 2007.

Frauen sind in der rund 240 Mann starken Truppe nicht dabei. Kommandeur Lindner: „Wir hatten mehrere Frauen, die das Eignungsauswahlverfahren durchlaufen haben, dann aber letztlich leider nicht alle Qualifikationen erbracht haben.“ Leistung – die steht für die GSG9 ganz oben. Gerne misst man sich auch bei Wettkämpfen im internationalen Vergleich. 2007 haben sie die Weltmeisterschaft der Spezialeinheiten allerdings nicht gewonnen. Es siegte das Spezialeinsatzkommando Baden-Württemberg.

Video zur GSG 9 – BPOL

GSG 9: Innenansichten eines Spezialverbandes der Bundespolizei

Quelle: GSG 9 der Bundespolizei

Imagefilm der Bundespolizei

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Quelle: YouTube | © Bundespolizei