Polizei intern

Berlin und Brandenburg gemeinsam gegen Kriminalität

Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt | Foto Archiv: fjmoll.de
Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt | Foto Archiv: fjmoll.de

Ein effektiveres Zusammenwirken im engeren Verflechtungsraum (eVR) wollen die Polizeipräsidenten von Brandenburg und Berlin der wachsenden Mobilität von Einbrecher- und Diebesbanden im Speckgürtel und den Berliner Randgebieten entgegensetzen. Dazu unterzeichneten Brandenburgs Polizeipräsident Arne Feuring und Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt heute (12.02.2014) eine Kooperationsvereinbarung. Auf deren Grundlage sollen Einsatzkräfte schneller auch auf dem Gebiet des jeweils anderen Landes handeln können, es sollen mehr Informationen über Straftäter ausgetauscht und gemeinsame Ermittlungen verstärkt werden.

Brandenburgs Innenminister Ralf Holzschuher sagt dazu:

„Das ist die richtige Antwort auf die Herausforderung, vor der beide Länder gemeinsam stehen. Für Straftäter existiert keine Landesgrenze. Berlin und die einwohnerstarken Kommunen im Berliner Umland bilden seit langem einen weitgehend einheitlichen kriminalgeografischen Raum. Nicht selten gehen die Siedlungsstrukturen beider Länder fast nahtlos ineinander über.

Für einen Teil der Kriminalität, unter der das Umland leidet, ist Berlin der geografische Ausgangspunkt, so wie die Hauptstadt auch als Rückzugsraum für Straftäter dient, um in der Anonymität der Metropole abzutauchen. Die noch engere Zusammenarbeit der Polizei über Landesgrenzen hinweg ist daher unabdingbar.

So können in Zukunft Streifenwagen auch im jeweils anderen Bundesland zum Einsatz kommen. Personell verstärkt wurde zudem die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Berlin-Brandenburg (GEG), die vor allem gegen organisierte Wohnungseinbruchkriminalität vorgeht.“

Hohe Anzahl von Eigentumsdelikten

Hintergrund dieser Übereinkunft ist die hohe Anzahl von Eigentumsdelikten, vor allem Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser und  im Bereich der Kfz-Kriminalität. Immer wieder führen Ermittlungen zu der Erkenntnis, dass bandenmäßig organisierte Straftäter über die Landesgrenzen hinweg sowohl in den Brandenburgischen Gemeinden des engeren Verflechtungsraumes als auch in Berliner Villenvierteln am Stadtrand aktiv sind. Auch Autodiebe und –schieber machen nicht an den Landesgrenzen halt. Um solche Straftaten gezielter bekämpfen zu können, wurde bereits die seit 2005 bestehende Gemeinsame Ermittlungsgruppe Berlin-Brandenburg (GEG) verstärkt. Die Beamten der GEG ermitteln vor allem in Verfahren gegen organisierte Banden von Straftätern, die in Berlin und in Brandenburg Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser begehen.

Wesentlich mehr Gewicht wird ab sofort die operative Zusammenarbeit benachbarter Dienststellen haben. So sollen gemeinsame oder miteinander abgestimmte Einsätze verstärkt durchgeführt und Erkenntnisse ausgetauscht werden. Zusätzlich können auch Streifenwagen im jeweils anderen Bundesland zum Einsatz kommen, wenn Einbrüche oder Fahrzeugdiebstähle bemerkt werden. Durch die jeweiligen Einsatzleitstellen wird der Einsatz der Streifenwagen nach dem Prinzip der Tatortnähe koordiniert.
Im Ergebnis wird dann über Landesgrenzen und originäre Zuständigkeiten hinweg der Streifenwagen eingesetzt, der am schnellsten am Tatort sein kann. Damit sollen die Chancen, Täter auf frischer Tat zu ergreifen, erhöht und andere Sofortmaßnahmen schneller eingeleitet werden können.

Noch engere Zusammenarbeit der Polizeien

„Wir wollen gemeinsam erreichen, dass zwischen den Direktionen in Brandenburg und Berlin sowie zwischen den Inspektionen und Abschnitten beidseits der Landesgrenzen noch enger zusammengearbeitet wird. Nur so verbessern wir die Möglichkeit, den hier wie da gleichermaßen aktiven Kriminellen das Handwerk zu legen“, betonten die Polizeipräsidenten Klaus Kandt und Arne Feuring anlässlich der Unterzeichnung der Vereinbarung.

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