Polizei intern

Ehemaliger Polizeipräsident: Klaus Kandt ist zurück

Potsdam | Der vom Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) geschasste ehemalige Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt ist zurück. Nicht in Berlin und nicht bei der Polizei, sondern als Staatssekretär für die innere Sicherheit in der neuen Brandenburger Landesregierung. Unter Leitung von Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke (SPD) hat sich am Mittwoch in der Potsdamer Staatskanzlei die neue brandenburgische Landesregierung konstituiert. Stellvertretender Ministerpräsident und Minister des Innern und für Kommunales ist Michael Stübgen (CDU) geworden.

Einen Tag nach seiner Ernennung und Vereidigung hat sich der neue Minister des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg, Michael Stübgen, offiziell bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seines Hauses vorgestellt.

Neuer Innenminister Stübgen mit seinem Vorgänger Schroeter | Foto: MIK Brandenburg

Auf einer Mitarbeiterversammlung betonte Stübgen die herausgehobene Bedeutung des Ministeriums: „Ich übernehme ein Haus, das mit seinen vielfältigen Aufgaben eine große Bandbreite wichtiger Bereiche unserer Gesellschaft abdeckt: von der Inneren Sicherheit durch Polizei und Verfassungsschutz über die Zusammenarbeit mit der kommunalen Familie unter anderem beim Brand- und Katastrophenschutz bis hin zur Digitalisierung der Verwaltung – um nur einige Beispiele zu nennen. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten dabei vollkommen zu Recht, dass der Staat ihnen Sicherheit bietet – dazu gehört zuallererst der Schutz vor Kriminalität. Diese Erwartung ist für mich Verpflichtung, der ich mich mit großem Respekt, aber auch mit ganzer Kraft widmen werde. Dabei baue ich auf die hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums und der nachgeordneten Behörden. Ich bin sicher: Wir werden die vor uns liegenden Herausforderungen gemeinsam erfolgreich meistern und eine gute Zukunft Brandenburgs gestalten.“

Von der Spezialeinheit GSG 9 zum Staatssekretär

Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt | Foto – Archiv: © Tomas Moll

Das er mit dem ehemaligen Berliner Polizeipräsidenten Klaus Kandt einen hochmotivierten Mitarbeiter hat, dürfte unumstritten sein. Kandt absolvierte den Vorbereitungsdienst der mittleren Laufbahn beim damaligen Bundesgrenzschutz – heute Bundespolizei. Nach einer Qualifizierung wurde er Angehöriger der Spezialeinheit GSG 9 und wechselte später zum Spezialeinsatzkommando (SEK) der Berliner Polizei, bei dem er von 1986 bis 1990 Teamführer war.

Nach einem Aufstiegsverfahren in den gehobenen und höheren Dienst übernahm er bei der Brandenburger Polizei die vakante Stelle des Leiters der Spezialeinheiten. Im Jahr 2005 wurde er in Frankfurt (Oder) Polizeipräsident. Ebenfalls als Polizeipräsident wechselte Kandt am 17. Juli 2007 auf Beschluss der Landesregierung Brandenburg als Nachfolger von Bruno Küpper nach Potsdam. Bevor er gut fünf Jahre Berlins Polizeipräsident – und nach seinen eigenen Worten „einen der härtesten Jobs“ inne hatte, war er von 2008 bis 2012 Präsident der Bundespolizeidirektion Berlin.

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Kandt über Rauswurf: „Ich fühlte mich wie ein dreckig gemachter Putzlappen“

Bereits im vergangenen Jahr sprach Kandt über seinen Rauswurf in einem „Bild“ Podcast. Er habe gemerkt das sein Stuhl wackelt, „wie lange nicht mehr“, sagte Kandt. „Ich wusste, dass die Situation angespannt ist.“
Vor seiner Entlassung habe er nach einer Reise nach Israel krank im Bett gelegen, sei aber dennoch am Freitag vor dem Rausschmiss in die Innenverwaltung gerufen worden, um EU-Abgeordnete zu empfangen. „Da war ich unverzichtbar und am Montag um 9 Uhr war es Wurst“. „Ein Gefühl, als wenn man einen alten Putzlappen nimmt, ihn noch mal richtig dreckig macht, bevor man ihn wegwirft. Also richtig ausgebeutet, bis aufs Letzte. Das fand ich einfach unanständig und schäbig.“

Kandt äußerte sich auch zum Personalmangel in der Polizei und wie kaputt gespart die Behörden gewesen sei, die er neu aufgestellt, mehr Geld und Personal besorgt habe. Auch innerhalb der Behörde empfanden viele Senator Geisels Vorgehen als unfein und politische Entscheidung. Wie Kandt sagte, habe der SPD Innensenator ihn immer auf Distanz gehalten.

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