Anzeige

Hamburg | Mit mehr als 100 Einsatzkräften übte die Polizei Hamburg am Mittwoch die polizeiliche Intervention bei verschiedenen terroristischen Szenarien auf dem Gelände der Reichspräsident-Ebert-Kaserne. Bei der ersten Vollübung nach dem neuen Anti-Terror-Konzept, das die Hamburger Polizei nach den Terroranschlägen von Paris und Brüssel erarbeitet hatte, probten Streifenbeamte gemeinsam mit Spezialkräften der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) der Bereitschaftspolizei sowie den Spezialeinsatzkräften des Mobilen Einsatzkommando (MEK) das Vorgehen gegen schwer bewaffnete Täter. Im vergangenen Herbst hatte die Hamburger Polizei ein neues sondergeschütztes Fahrzeug Survivor I, Sturmgewehre, ballistische Schutzhelme und Westen bekommen – wir berichteten.

Im ersten Übungsszenario feuerte ein männlicher Einzeltäter in einem Gebäude auf Zivilisten. Eintreffende Streifenpolizisten legen ihre Schutzausrüstung an und gehen hinter Bäumen, Hausecken und einem Fahrradschuppen in Deckung. Vor dem Gebäude liegen ein Mann und eine Frau, beide schwer verletzt. Die Polizisten können zunächst jedoch nicht helfen, da die Verletzten im Schussfeld des Täters liegen und erst das Gelände gesichert wird. Weitere Zivilisten stürmen aus dem Gebäude auf die Beamten zu und rufen „Macht doch was!“.  Als plötzlich der Täter feuernd aus dem Eingang stürmt, eröffnen die Polizisten das Feuer und treffen den Mann. Nach Eintreffen der Verstärkung leisten mehrere Beamte Erste Hilfe und sichern das Gebäude.

Im Video: So lief die Übung

Verluste auch in den eigenen Reihen

Das sind die Täter, die auf uns warten„, sagte Joachim Ferk Leiter der Bereitschaftspolizei, über die Art von Terroristen, mit denen die Polizei in Paris und Brüssel fertig werden musste. „Bei einem solchen Szenario werden auch wir in den eigenen Reihen mit Verlusten rechnen müssen.

Bei einem zweiten Szenario nehmen Polizisten der BFE an einer fiktiven Straßensperre einen mutmaßlichen Terroristen fest. Schließlich übten die Beamten die Bekämpfung mehrerer Täter vor und in einem Gebäude. Polizeibeamte des Mobilen Einsatzkommandos fahren mit dem neu beschafften gepanzerten Survivor I vor. Als die Spezialeinsatzkräfte zum Eingang vorrücken, geht neben ihnen ein fiktiver Sprengsatz mit einer Stichflamme hoch. Im Schutz des Fahrzeugs nähern sich zwei Beamte einem am Boden liegenden Täter und fesseln ihn.

Hamburg ist sicher

„Das war keine Showveranstaltung“, sagt Innensenator Andy Grote (SPD) nach der Übung. Auch die normalen Streifenbesatzungen müssten geschult werden.

 

„Wir haben eine unverändert hohe, aber abstrakte terroristische Gefahr, aber Hamburg ist sicher.“