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SFP9: Das ist die neue Dienstpistole der bayerischen Polizei

München | Die SFP9 von Heckler & Koch ist die neue Dienstpistole der bayerischen Polizei. Am Freitagmittag stellte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gemeinsam mit dem Projektleiter und oberfränkischen Polizeipräsidenten Alfons Schieder die neue Dienstwaffe der Bayerischen Polizei vor. Damit löst die SFP 9 die langjährige Dienstwaffe P 7 ab.

Die Pistole P7 von Heckler&Koch ist seit 1979 die Dienstpistole von derzeit rund 34.000 Waffenträgern bei der Bayerischen Polizei. Zwar hat sich die P7 aufgrund ihrer Leistung und Präzision stets bewährt, jedoch wird sie seit 2008 nicht mehr produziert, so dass langfristig der steigende Bedarf an Waffen und Ersatzteilen nicht mehr gedeckt werden kann, erklärte der Minister. Joachim Herrmann hatte im Frühjahr 2017 eine mit Experten besetzte Projektgruppe der Bayerischen Polizei eingerichtet, um eine neue und hochmoderne Dienstwaffe einzuführen. Dabei ging es vor allem um eine möglichst hohe Magazinkapazität, eine einfache und sichere Bedienung sowie um ein geringes Gewicht. Mit 15 Schuss in der SFP9 falle sie beinahe doppelt so hoch aus, wie bei der bisherigen P7. “Das war für uns gerade mit Blick auf die anhaltende terroristische Bedrohung wichtig”, argumentierte der Minister.

 

Bis Ende 2019 soll die Umstellung auf das neue Dienstpistolen-Modell abgeschlossen sein. Insgesamt rechnet Herrmann mit Gesamtkosten von bis zu 30 Millionen Euro. Neben dem Kauf von rund 40.000 neuen Dienstpistolen nebst Zubehör, darunter auch Reservewaffen, Trainingswaffen und Schnittmodelle für die Aus- und Fortbildung, gibt es eine Reihe weiterer Projektkosten, etwa für die erforderliche Umrüstung der polizeieigenen Waffenwerkstätten.

Die Entscheidung fiel auf Basis eines aufwändigen Auswahlverfahrens, bei dem unter anderem mehr als 1.100 Polizistinnen und Polizisten verschiedene Waffenmodelle auf ‘Herz und Nieren’ getestet haben. Das Ergebnis floss mit einer Gewichtung von mehr als 50 Prozent in die Entscheidung für die neue Dienstpistole ein. Zusätzlich wurden die Waffen von Experten und Technikern intensiv geprüft.

“Durch unser 2016 beschlossenes Konzept ‘Sicherheit durch Stärke’, das von 2017 bis 2020 die Schaffung von insgesamt 2.000 neuen Stellen vorsieht, erreichen wir mit den haushaltsrechtlich bereits verankerten 500 Stellen für das Jahr 2018 mit mehr als 42.000 Stellen eine neue Höchstmarke im Stellenbestand der Bayerischen Polizei”, so Herrmann.
Grundlage bei der Auswahl der neuen Dienstwaffe war die ‘Technische Richtlinie Pistole im Kaliber 9 mm x 19’. Das Polizeitechnische Institut der Deutschen Hochschule der Polizei definiert darin die wesentlichen Parameter für moderne Polizeipistolen. “Wie bei der neuen Dienstkleidung war uns auch bei der Entscheidung zur neuen Dienstpistole die Meinung unserer Polizistinnen und Polizisten sehr wichtig”, machte Herrmann deutlich. “Die Dienstpistole ist im Ernstfall die ‘Lebensversicherung’ unserer Beamtinnen und Beamten.”

Wie der Innenminister erklärte, beginnt in den nächsten Wochen die Ausschreibung für ein passendes Holster und weiteres optimal auf die neue Dienstwaffe angepasstes Zubehör. “Auch hier planen wir intensive Tests und eine großangelegte Einbindung unserer Polizistinnen und Polizisten”, kündigte Herrmann an. Vor allem gehe es um Aspekte wie die Sicherung gegen ein Entreißen der Waffe, Tragekomfort, eine qualitativ hochwertige Verarbeitung und zahlreiche weitere Anforderungen. Sobald im Herbst 2018 die passende Kombination feststeht, wird laut Herrmann die Auslieferung an die neuen Polizistinnen und Polizisten in Ausbildung beginnen, damit sie von Anfang an mit der neuen Waffe trainieren können. Im Anschluss wird bis Ende 2019 Zug um Zug die komplette Bayerische Polizei umgestellt und intensiv an der neuen Waffe geschult.

“Eine moderne Ausstattung auf dem neuesten Stand ist eine wesentliche Voraussetzung für eine professionelle Polizeiarbeit”, zog Herrmann als Fazit. “Deshalb haben wir von 2015 bis 2018 den Sachhaushalt der Bayerischen Polizei um knapp ein Drittel auf aktuell 384 Millionen Euro erhöht.” Als Beispiele für weitere Vorhaben, die aktuell bei der Bayerischen Polizei umgesetzt werden, nannte der Minister die Ausrüstung mit neuer ballistischer Schutzausstattung, Bodycams, Taser und Drohnen. “Der Freistaat investiert in seine Polizei wie kein anderes Bundesland”, so Herrmann weiter. “Dank der hervorragenden Arbeit unserer gut aufgestellten Bayerischen Polizei heißt in Bayern leben, sicherer leben!”

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