Polizei intern

Zweite Pilotphase Prognosesoftware Predictive Policing gestartet

Hannover | Eine Software, die das Risiko von Einbrüchen reduzieren kann, wurde in den vergangenen rund eineinhalb Jahren in verschiedenen Teilen Niedersachsens erfolgreich getestet. Nun wird die Prognosesoftware PreMAP in weiteren Bereichen des Landes ausgerollt. PreMAP steht dabei für „Predictive Policing Mobile Analytics for Police“ und wurde von der Polizei Niedersachsen zunächst ausschließlich als Prävention zur Bekämpfung von Einbrüchen entwickelt. Die auf mobilen Endgeräten, etwa Tablets, installierte Software ermöglicht Prognosen zur Gefahr von Straftaten auf Basis des sogenannten „Near Repeat“-Prinzips. Dieses besagt, dass sich die Wahrscheinlichkeit zum Beispiel eines Einbruchs in einem gewissen Umkreis um den Tatort in einem begrenzten Zeitraum erhöht. Diese Erkenntnis kann dann zu weiteren präventiven polizeilichen Maßnahmen führen, zum Beispiel dass Polizisten in dieser Umgebung häufiger Streife gehen.

Pünktlich zur „dunklen Jahreszeit“ wird die Software ab dem 1. November 2018 in einer zweiten Pilotphase in insgesamt 15 Polizeiinspektionen eingesetzt. Mit der Anwendung werden neben ausgewiesenen Risikogebieten zukünftig auch ergänzende relevante Einsatzinformationen der Kriminalitätsanalyse zeitlich und geografisch verknüpft zur Verfügung gestellt. So werden beispielsweise mittels eines sogenannten „Kriminalitätsradars“ ausgewählte weitere Delikte – nicht nur Einbrüche – aus zurückliegender Zeit abgebildet. Diese Erkenntnisse wirken sich natürlich auch auf die Polizeiarbeit vor Ort und vor allem auf der Straße aus.

Der niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagt zum Start der zweiten Pilotphase von PreMAP: „Als wir Anfang 2017 mit der Pilotierung von PreMAP begonnen haben, waren wir auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus den Ballungszentren zum Beispiel in den USA sehr gespannt auf die Ergebnisse. Wir haben zu PreMAP zumeist positive Rückmeldungen der Beamtinnen und Beamten bekommen. PreMAP ist neben einer immer besseren Polizeiarbeit, der optimierten Vernetzung mit anderen Ländern und Nachbarstaaten, intensiver Information der Bürgerinnen und Bürger und Ermittlungsgruppen wie etwa in der Polizeidirektion Osnabrück ein weiterer Baustein, um möglichst viele Taten zu verhindern.

Das Landeskriminalamt Niedersachsen hatte bereits im Jahr 2016 in Zusammenarbeit mit der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen und der Polizeidirektion Braunschweig die erste Version der niedersächsischen Software für eine bessere räumliche und zeitliche Risikobewertung der Wohnungseinbruchskriminalität entwickelt. Sie wurde ab Anfang 2017 zunächst in Pilotdienststellen in Salzgitter-Peine-Wolfenbüttel und Wolfsburg sowie später in Stadtbereichen von Hannover und Osnabrück getestet. Die beteiligten Dienststellen hatten quasi auf Knopfdruck Informationen zu Wohnungseinbrüchen am Arbeitsplatz und auch auf mobilen Endgeräten in Funkstreifenwagen zur Verfügung. Dabei zeigte sich, dass PreMAP als Ergänzung zu den sonstigen Maßnahmen von den Beamtinnen und Beamten grundsätzlich positiv bewertet wurde.

In diesen Polizeiinspektionen wird PreMAP ab heute zum Einsatz kommen:

  • Braunschweig
  • Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch
  • Göttingen · Hannover-Ost
  • Hannover-Süd
  • Hannover-West
  • Hannover-Mitte
  • Harburg
  • HildesheimLüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen
  • Oldenburg-Stadt/Ammerland
  • Osnabrück
  • Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel
  • Wilhelmshaven/Friesland
  • Wolfsburg/Helmstedt
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