Spezialeinheiten intern

BFE+ einsatzbereit am Standort Uelzen

Uelzen | Die Bundesbereitschaftspolizei am Standort Uelzen verfügt seit Freitag über eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit Plus (BFE+).  Der stellvertretende Leiter der Direktion der Bundespolizei in Fuldatal, Karl-Heinz Schenk sagte bei der Indienststellung am Vormittag gegenüber den Bundespolizisten: „Sie werden zum Einsatz kommen, früher oder später. Seien sie sich dessen bewusst.“

BFE+ Uelzen: 49 Mann und eine Frau[ihc-hide-content ihc_mb_type=“show“ ihc_mb_who=“4,5″ ihc_mb_template=“3″ ]

Mit 49 Mann und einer Frau ist die Bundespolizei-Abteilung auf dem Uelzener Hainberg die bundesweit vierte einsatzbereite BFE+ Truppe. Die Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaften in Uelzen bestehen jeweils aus drei Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE). Mit der Ergänzungsfortbildung durch die GSG 9 und spezieller Ausstattung wurde die dritte Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit nun zur BFE+.

Eine BFE+ soll es an den Standorten Uelzen, Blumberg, Bayreuth, Sankt Augustin und Hünfeld geben. Bis zum Ende des Jahres wird neben Blumberg und Sankt Augustin auch Bayreuth über eine einsatzbereite BFE+ verfügen. Die Einheit aus Hünfeld soll noch im ersten Halbjahr 2017 einsatzbereit sein.

Die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit Plus, kurz BFE+, soll künftig zur Unterstützung der Bundesbereitschaftspolizei und der GSG9 im terroristischen Anschlagsfall zum Einsatz kommen. Bereits jetzt nimmt die Bundespolizei im Bereich Terrorismusbekämpfung eine Vielzahl von Aufgaben wahr. Mit der BFE+ wurden neue Einheiten bei der Bundesbereitschaftspolizei geschaffen, um die Reaktions- und Durchhaltefähigkeit der Bundespolizei im Falle eines terroristischen Anschlags zu erhöhen und die Spezialeinheiten zu entlasten.

Zunächst angegliedert an die bestehenden Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) sollen die neuen Einheiten unter der Bezeichnung BFE+ die Bundespolizeibehörden, die GSG9, sowie auf Anforderung die Landespolizeien, bei länger andauernden Sonderlagen und Einsätzen an unterschiedlichen Orten unterstützen. Außerhalb solcher Einsätze wird die neue Einheit überwiegend für normale Tagesaufgaben der Bereitschaftspolizei zur Verfügung stehen.

Diese Einheit kann schützen, diese Einheit kann fahnden und diese Einheit kann entschlossen handeln – dadurch hält sie der GSG9 den Rücken frei für Geiselbefreiungen und andere robuste Lagen„, so der Präsident des Bundespolizeipräsidiums Dr. Dieter Romann im Dezmeber 2015 in Blumberg bei der Indienststellung der ersten 50 Mann starken Truppe.

Die neuen Einheiten sollen besonderen terroristischen Bedrohungen mit qualifizierter Ausbildung und geeigneter Ausrüstung begegnen können. Ausgebildet werden die Männer und Frauen der BFE+ in einem achtwöchigen Lehrgang durch die GSG9.

Lesen Sie hier: Was sagt der Kommandeur der GSG 9 der Bundespolizei, Jérôme Fuchs zur BFE+?

Die Direktion Bundesbereitschaftspolizei aus dem nordhessischen Fuldatal bei Kassel führt und koordiniert die zehn Bundesbereitschaftspolizeiabteilungen. Mit Standorten in Ratzeburg, Uelzen, Blumberg, Bad Düben, Duderstadt, Hünfeld, Bayreuth, Deggendorf, Bad Bergzabern und Sankt Augustin sind diese im ganzen Bundesgebiet verteilt. Die Bundesbereitschaftspolizei ist mit rund 6200 Mitarbeitern/-innen, davon ca. 5300 Polizeivollzugsbeamte/-innen, die personalstärkste Bundespolizeibehörde.

Fotos: Vorstellung BFE+ der Bundespolizei im Dezember 2015 in Blumberg

Die Fakten zur robusten Einheit BFE+:

  • Im April 2015 richtete das Bundespolizeipräsidum eine Arbeitsgruppe (AG) mit dem Arbeitstitel „Aufbau einer robusten Einheit bei der Bundespolizei“ ein. Ziel war es, bis zum Jahresende eine erste entsprechende Einheit aufzustellen, um besser auf terroristische Bedrohungslagen vorbereitet zu sein und schnell auf selbige reagieren zu können.
  • Als Spezialeinheit erhielt die GSG 9 der Bundespolizei den Auftrag, die Einsatzkräfte dieser neuen Einheit aus- und fortzubilden. Die Beamten der BFE sind besonders ausgewählt und geschult. Sie verfügen über taktische Fähigkeiten zum Vorgehen gegen bewaffnete Störer. Mit dieser soliden Grundlage wird eine achtwöchige „Ergänzungsfortbildung BFE+“ bei der GSG 9 absolviert.
  • Die Beamten der BFE+ trainieren über Tage hinweg gemeinsam mit der GSG 9 taktische Bewegungsformen. „Wird in BFE-typischen Lagen überwiegend mit der Befehlstaktik geführt, so mussten sich die Kräfte nunmehr an das „Führen von vorn“ und die Auftragstaktik gewöhnen. Diejenigen, die den „Blick ins Gelände“ haben, geben ohne Rückkopplung zu den eingesetzten Führern vor, wie und wohin der gesamte Trupp vorgehen soll„, erklärt der stellvertretende Kommandeur der GSG 9 Mario Schulz.
  • Hinzu kommt eine spezielle notfallmedizinische Ersthelferausbildung. Dabei sind anschlagstypische Verletzungen zur Fremd- und Eigenrettung zu versorgen. Die Teilaspekte werden auch im Szenarientraining miteinander kombiniert.
  • Die Übungsszenarien umfassen den Schutz besonders gefährdeter Infrastrukturen wie Bahnanlagen und Flughäfen, Fahndungslagen nach Terrorverdächtigen sowie die Unterstützung von Spezialeinheiten im terroristischen Anschlagsfall. Die Lagen werden komplex und körperlich anspruchsvoll gestaltet. Dieser Prozess wird mit Vorträgen zu terroristischen Handlungsmodi sowie zum Erkennen von Unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV) und deren Wirkung begleitet.
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  • „Im Anschluss an die bestandene Ergänzungsfortbildung beginnt an den Standorten die „Erhaltensfortbildung“. Teil dieser Fortbildung sind der gemeinsame Erfahrungsaustausch und die Vornahme von Detailabsprachen mit den benachbarten Polizeien der Länder, insbesondere mit deren Spezialkräften, um bei einem Anschlagsfall eine mögliche Unterstützung mit einer oder mehreren BFE+ zu gewährleisten„, erklärt ein Sprecher des Bundespolizeipräsidums.
  • Die BFE+ verfügt über diverse persönliche Ausrüstungsgegenstände wie z. B. die leistungsstarke Mitteldistanzwaffe G 36c. Gerade die Handhabung des bis dahin für die Beamten unbekannten Gewehrs stellt einen der Schwerpunkte in der Fortbildung dar. Auch verfügen die Mitglieder der Einheit bereits über Rifle-Resistant-Helme.
  • Die Arbeitsgruppe BFE+ ist gegenwärtig noch mit der konzeptionellen Aufstellung einer eigens für die BFE+ geschaffenen Ausstattungsnorm befasst, weswegen einiges noch auf den Weg gebracht werden muss, jedoch kann die Einheit auf sondergeschützte Fahrzeuge zurückgreifen.
  • Die Bundespolizei hat neben Sankt Augustin an weiteren vier Standorten Polizeihubschrauber stationiert, die unterschiedliche Einheiten der Bundespolizei an Einsatzorte bringen können. Die Standorte der Polizeihubschrauber sind entweder nicht weit entfernt oder befinden sich direkt an den Standorten der BFE+. Neben der fahrzeugbezogenen ist damit auch eine luftverlastete Einsatzbereitschaft der BFE+ gegeben.
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