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Berlin / Düsseldorf | Terroristische Angriffe stellen die größte Bedrohung für die innere Sicherheit in Deutschland dar. Das Thema dominiert jegliche Berichterstattung und ist seit geraumer Zeit von höchstem öffentlichem Interesse. Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière (CDU) hat vor kurzem von der Notwendigkeit gesprochen, sich auf „terroristische Großlagen“ einzustellen und in diesem Zusammenhang auch den Einsatz von Kräften der Bundeswehr thematisiert. Dazu fand in der Zeit vom 7. bis zum 9. März 2017 die erste gemeinsame Stabsrahmenübung von Polizeibehörden in Bund und Ländern gemeinsam mit der Bundeswehr statt. An der als „GETEX“ („Gemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise“) bezeichneten Übung haben die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein teilgenommen. Auf Seiten des Bundes waren das Bundesministerium des Innern (BMI) und das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) mit ihren jeweiligen Geschäftsbereichsbehörden beteiligt. Dabei ging es vor allem um die Einübung der Verfahrens- und Kommunikationswege zwischen den für die Einsatzkoordination verantwortlichen Stäben und Lagezentren.

Doch wie übt man die Bewältigung von groß koordinierten und komplexen terroristischen Anschlagsszenarien ähnlich wie in Paris und Brüssel?

Mit den herkömmlichem Schiedsrichter- und Videoeinsatz geprobten Amoklagen bei Polizei und Spezialeinheiten sind solche Szenarien nicht seriös zu steuern und auszuwerten. Nach den Amokläufen an Schulen wie in Winnenden und Ansbach gab es innerhalb der Polizeibehörden ein taktisches Umdenken: Diejenigen Polizisten, die zuerst am Ereignisort eintreffen, handeln sofort. Das Warten auf Spezialeinheiten gehörte somit der Vergangenheit an. Dementsprechend nahmen die Polizeien des Bundes und der Länder das Amoktraining in die Aus- und Fortbildung auf. Jedoch stellte sich schnell heraus, dass die Trainingsinhalte sehr komplex waren und für die Anwender in den Dienststellen und Einsatzeinheiten standardisiert werden mussten. Auf Erfahrungen mit der GSG 9 heraus, wurde das Trainingskonzept KLE – Komplexe lebensbedrohliche Einsatzlagen – entwickelt. Bei terroristischen Anschlägen handelt es sich eben nicht um den „klassischen“ Amokläufer, sondern um Täter, die gezielt planen, taktisch vorgehen, kampf- und teilweise sogar kriegserfahren sind sowie gekonnt mit militärischen Waffen und Sprengstoffen umgehen können. Mit Einsatztaktiken der Anti-AMOK-Konzeption wird man solche Täter nicht wirksam bekämpfen können. Der Umfang einzusetzender Kräfte wird groß sein, ihre Struktur vielfältig und in der erforderlichen Zusammensetzung vermutlich erstmalig. Sie kann von ABC-Abwehrkräften bis hin zum Zivilen Rettungsdienst reichen. Um die Fähigkeiten zu festigen und in der höchsten Stufe im Zusammenwirken mit allen beteiligten Akteuren reibungslos anzuwenden, sind Übungen erforderlich.

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Die Bundespolizei trainiert bereits Komplexe lebensbedrohliche Einsatzlagen (KLE). Denn, richtig reagieren kann nur, wer die Lage kennt und die erforderlichen Schlüsse daraus ziehen kann.

FX-Waffen vs. LEGATUS® Live Training System

Komplexe Übungsszenarien sind mit dem herkömmlichen Ansatz Schiedsrichter, Video, Paintball, günstigenfalls Duellsimulator nur unzureichend darzustellen, zu steuern und zweifelsfrei auszuwerten. Mit den FX-Trainingswaffen z. B. H&K P 30 CM4 bekommt der Teilnehmer zwar ein Gefühl für die hohe Eigengefährdung, aber der Umgang mit der „echten“ eigenen Dienstwaffe fehlt und die bekannte Übungskünstlichkeit eines Schießkinos bleibt fast bestehen.
Die realitätsnähe Darstellung der Lage einschließlich aller relevanten Effekte (Übungsparteien, Zerstörungen, Opfer, friendly-fire, Feuer, Waffen-, Kampfmittel, Kampfstoffwirkung usw.), die fehlerfreie, lückenlose Verfolgung / Aufzeichnung jeglicher Aktion / Kommunikation aller Übungsteilnehmer (Mensch, Waffe, Maschine) im Übungsraum (innerhalb und außerhalb von Gebäuden) fehlt beim FX-Waffen-Training.

Diese Qualität der Übungsunterstützung ist nur mit einem Trainingssystem, bestehend aus den Komponenten:

  • Zentrale zur Übungssteuerung und -auswertung,
  • Lasersimulatoren für Handwaffen,
  • Laserdetektoren für Übungsteilnehmer,
  • Ausstattungen für Fahrzeuge,
  • Ausstattungen für Gebäude, etc. zu erreichen.

Rheinmetall LEGATUS® Live Training System

Detektoren des LEGATUS Systems an Helm und Plattenträger | Foto: © RH/SE

Das Rheinmetall LEGATUS® Live Training System ist eine technologisch einzigartartige Simulationsproduktfamilie, mit deren Hilfe Polizei- und Spezialkräfte auf die Herausforderungen in komplexen Operationen optimal vorbereitet werden können.
Das  System erlaubt die unmittelbare Rückmeldung über Fähigkeiten und taktisches Verhalten der Auszubildenden. Durch das modulare und einfach erweiterbare Systemkonzept bietet es die Grundlage für die Ausbildung in allen Einsatzarten und auf allen Ebenen: von der Einzelausbildung, bis zur Übung komplexer Terrorlagen.

Bestehend aus einem Satz kabelloser Laserdetektoren kann das LEGATUS® leicht und flexibel an der Originalausrüstung des Polizisten befestigt werden. Der Beamte trainiert somit mit seiner eigenen echten Dienstwaffe. Zudem können bei Bedarf ein Helmbezug oder portable Detektoren am Plattenträger mit angelegt werden. Angebunden sind alle Detektoren per Nahbereichsfunk an eine etwa halb-zigarettenschachtelgroße schwarze Box, die als Teilnehmereinheit auch die weiteren Komponenten steuert, d.h. die Lasersendeeinheit an der Waffe (Auslösung durch Platzpatronen, oder „trocken“ durch elektrische Anbindung des Abzugs) und auch die Anzeigeeinheit, die wie eine Uhr am Arm getragen wird und den Auszubildenden akustisch und optisch über seinen aktuellen Status (z.B. Treffer erhalten: leicht / mittel / schwer verletzt – linker Arm, rechtes Bein usw.) informiert.

Mittels der präzisen Abstimmung der Einzelkomponenten untereinander, gewährleistet das Systemdesign ein hohes Maß an Realitätsnähe und wird so den hohen Anforderungen an die Ausbildung und Vorbereitung von Einsätzen gerecht. Die widerstandsfähigen, auf Laser-, Funk- und Georeferenz- Basis arbeitenden Systemkomponenten ermöglichen bei Übungen den Einsatz sämtlicher Waffen- und Einsatzsysteme der Polizei. Die Einhaltung der höchsten Standards in der Simulationstechnologie, wie z.B. die völlige Augensicherheit durch Einsatz der Laserklasse 1 und die Interoperabilität mit den z.B. an die Bundeswehr (Gefechtsübungszentrum Heer)  gelieferten Live Simulationssystemen, ermöglichen gemeinsame Übungen der Polizei mit anderen Sicherheitskräften zur Bewältigung von Großschadensereignissen.

Detektoren des LEGATUS Systems an Helm und Plattenträger | Foto: © RH/SE

Für Übungen im städtischen Umfeld können Gebäude ebenfalls schnell und flexibel mit konfigurierbaren Instrumentierungen und Sensoren ausgestattet und in das Ausbildungsszenario eingebunden werden. Das LEGATUS® Live Training System bietet alle Komponenten um Übungen auch in kritisch bewerteter realer Infrastruktur durchzuführen und nutzt hierbei die Vorteile bewährter und sicherer Technologien. Das System erlaubt die Überwachung und Aufzeichnung der Aktivitäten aller Akteure (z.B. Polizeikräfte, Zivilpersonen, Fahrzeuge) außerhalb und innerhalb von Gebäuden des Übungsgeländes.

Dabei werden mögliche Zerstörungen von Fahrzeugen, Gebäuden und Verletzungen von Personen realistisch simuliert, ohne dass von der Übung irgendeine tatsächliche Gefährdung für die Übungsteilnehmer oder das Umfeld ausgeht. Zweifelsfreie und sofort verfügbare Auswertedaten ermöglichen die verzugslose Erklärung von Erfolg oder Misserfolg in der Übungsauswertung.

Kein „Einfach-Laser-Shot System“

Das Rheinmetall LEGATUS® Live Training System ist unter höchsten militärischen Standards entwickelt sowie eingeführt worden und ist nicht mit Einfach-Systemen anderer Hersteller wie z.B. Laser-Shot, Sim Gun oder ähnlich vergleichbar.

Durch eine optisch hoch entwickelte Laserstrahlformung wird einerseits der Laser im Nahbereich genug „aufgeweitet“ um Ziele trotz der geringen Zahl an Detektoren treffen zu können. Andererseits wird der Laser für Schüsse auf große Entfernungen, z.B. beim Einsatz von Präzisionsschützen, eng genug zusammenzuhalten, um eine Zieltrennung beim Beschuss  von Angreifer und Geisel zu ermöglichen.

Bei Registrierung einer simulierten z. B. mittleren oder schweren Verletzung wird die Lasersendeeinheit von der betroffenen Teilnehmereinheit automatisch blockiert, sodass der Verletzte selber nicht weiter schießen kann. Diese Simulationsgüte ermöglicht z. B. erstmals auch den realistischen Einsatz von Flash-Bang-Granaten, ohne eine tatsächliche Gefährdung der Übungsteilnehmer: Nach der Zündung eines Simulations-Irritationskörper mit nur sehr kleiner Pyrotechnik, wird die Person in einem Raum für einige Minuten auf den Status „verletzt“ gesetzt, wodurch sie mit ihrer Waffe für diese Zeit nicht mehr wirken kann.

Rheinmetall LEGATUS® Live Training Systeme erlauben die optimale Vorbereitung der Einsatzkräfte auf die zukünftigen Herausforderungen im Einsatz.