Bayern

Bedrohungslage im Jugendamt Pfaffenhofen durch Taser-Einsatz beendet

Pfaffenhofen | In den Morgenstunden kam es im bayerischen Pfaffenhofen zu einer Bedrohungslage in einem Jugendamt. Wie die Polizei mitteilte, wurde eine 31-Jährige durch einen Mann mit einem Messer bedroht und in dem Gebäude festgehalten. Nach ersten Erkenntnissen soll die junge Frau leichte Verletzungen davon getragen haben.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot von rund 300 Kräften im Einsatz und hate das Gebäude evakuiert. Rund um das Jugendamt wurden die Straßen weiträumig abgesperrt und es gab für Pkw Fahrer sowie Fußgänger kein Druchkommen.

Polizeibeamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) sowie der Verhandlungsgruppe (VG) waren im Einsatz. Nach Angaben der Polizei konnte zunächst ein erster Kontakt mit dem Tatverdächtigen hergestellt werden.

SEK überwältigt Täter mit Taser

Gegen 14 Uhr gelang es schließlich den Täter zu überwältigen und die Geisel zu befreien. „Dank des umsichtigen und konsequenten Eingreifens unserer Polizeikräfte konnte die dramatische Geiselnahme im Landratsamt Pfaffenhofen erfolgreich beendet werden. Die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten vor Ort haben die gefährliche Situation gottseidank souverän gemeistert!“ Mit diesen Worten brachte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) seine Erleichterung über den gelungenen Einsatz und seinen Dank an die Einsatzleiter des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord und an die eingesetzten Polizeikräfte zum Ausdruck.

Bayerns Innenminister Joachim Hermann | Archivfoto: © Tomas Moll

Wie Herrmann mitteilte, konnte der Täter, der eine Mitarbeiterin des Landratsamts im Amtsgebäude mit einem Messer bedroht und über mehrere Stunden in seiner Gewalt gehalten hatte, durch Spezialeinheiten und den Einsatz eines Distanz-Elektroimpulsgerätes, auch ‘Taser’ genannt, überwältigt werden. Herrmann: „Die heutige Geiselnahme hat erneut unter Beweis gestellt, dass der Einsatz von ‚Tasern‘ in bestimmten Situation eine sehr sinnvolle Ergänzung zu den schon jetzt vorhandenen Einsatzmitteln der Bayerischen Polizei ist.“ Herrmann kündigte an, dass nach dem Pfaffenhofener Einsatz genau analysiert werde, inwieweit die bislang getroffenen Maßnahmen zum Schutz der Behörden und ihrer Mitarbeiter ausreichen.

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Am Einsatz beteiligt waren laut Herrmann mehr als 300 Beamtinnen und Beamte der Bayerischen Polizei, darunter mehr als 100 Kräfte der Polizeiinspektion Spezialeinheiten und ein Team der sogenannten Verhandlungsgruppe, die auf Verhandlungen mit Geiselnehmern spezialisiert ist. Herrmanns Fazit: „Mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften und kühlem Kopf ist die brenzlige Situation zum Glück unblutig beendet worden.

Herrmann hatte heute bereits bei einem lange geplanten Pressetermin in Nürnberg angekündigt, dass neben den Spezialeinheiten im Rahmen eines einjährigen Pilotversuchs die Unterstützungskommandos (USK) bei der Bereitschaftspolizei und bei den Polizeipräsidien München und Mittelfranken mit ‚Tasern‘ ausgestattet werden sollen.

LESEN SIE HIER: USK Bayern erhält Taser

Der heutige Einsatz hat auf leider sehr dramatische Weise bewiesen, dass wir uns seit längerem zu Recht mit der Ausweitung des ‚Taser‘-Einsatzes beschäftigen“, so Herrmann.
Mit Blick auf mögliche zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Behörden und Behördenmitarbeitern sagte Herrmann: „Wir sind dem Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch dem der Bürgerinnen und Bürger, die in unsere Ämter kommen, verpflichtet. Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen: Wir wollen uns den Menschen gegenüber offen und zugänglich zeigen. Unsere Behörden dürfen daher nicht zu Festungen werden.

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