SEK - Einsätze

Bundespolizei zerschlägt Schleuserbande | Spezialeinheiten vollstrecken Durchsuchungsbeschlüsse

Festnahme durch Bundespolizei | Foto: Bundespolizei

München – Der Staatsanwaltschaft Passau und der Münchner Bundespolizei ist am vergangenen Donnerstag (11.08.2011) ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen: „Ein international agierender Schleuserring konnte in einer deutschlandweit koordinierten Aktion gesprengt werden. Spezialeinheiten der Bundespolizei durchsuchten insgesamt 14 Wohnungen in Hanau, Großkrotzenburg, Detmold, Hamburg und Obernkirchen. Rund 170 Beamte waren an dem Einsatz beteiligt“, sagte Polizeisprecher Thomas Borowik.

Ausgangspunkt der groß angelegten Aktion war eine Festnahme von sechs Geschleusten an der deutsch-österreichischen Grenze. Passauer Bundespolizisten ertappten Ende Mai einen 36-jährigen Türken auf frischer Tat, als dieser versuchte, seine Landsleute illegal ins Land zu bringen. Seit Juli befindet sich der Mann in Untersuchungshaft.
Ermittlungen der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung München zufolge kommt der Beschuldigte für die Organisation einer Vielzahl von Schleusungen infrage. Er soll sich eines internationalen Schleusernetzwerks mit strikter Aufgabenteilung und eigens angeworbener Fahrer bedient haben. Allein in den vergangenen acht Wochen soll der türkische Staatsangehörige zusammen mit seinen Komplizen – ebenfalls Türken beziehungsweise Deutschen türkischer Herkunft – mehr als 70 Ausländer illegal in die Bundesrepublik gebracht haben. Die Schleusungsroute verlief über Serbien, Ungarn und Österreich. Von Deutschland aus sollten die unerlaubt Eingereisten auch in andere Staaten Europas „weiterverteilt“ werden. Ihre Dienste hat sich die Bande teuer bezahlen lassen: Pro Kopf kassierten die
Schleuser bis zu 5000 Euro.

Die Nachforschungen führten die Ermittler zu den Wohnungen mutmaßlicher Bandenmitglieder. Der zuständige Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Passau hatte entsprechende Durchsuchungsbeschlüsse erlassen. Die Bundespolizisten konnten nun umfangreiches Beweismaterial sicherstellen und eine unerlaubt eingereiste
Ukrainerin festnehmen. Im Zuge der Wohnungsdurchsuchungen beschlagnahmten die Beamten darüber hinaus 1,1 Kilogramm Haschisch und nahmen den Besitzer fest. Die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Drogenfund übernahm die zuständige Landespolizei.

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