NiedersachsenSEK - Einsätze

MEK Einsatz | Einbrüche während Trauerfeiern

Symbolfoto | Archiv HannoverReporter.de

Hannover – Seit Dezember 2011 hat die Kriminalpolizei Hannover gegen osteuropäische Tatverdächtige ermittelt, die offenbar zielgerichtet zur Begehung von Einbrüchen nach Deutschland eingereist sind. Das Besondere: In allen Fällen haben sie die Abwesenheit der Opfer während Trauerfeiern ausgenutzt. Am vergangenen Donnerstag hat ein Mobiles Einsatzkommando (MEK) den 46-jährigen Haupttäter in Schleswig-Holstein festgenommen.

Zum Hintergrund

Zur Vorbereitung der Einbrüche war der 46-Jährige – teilweise mit seinem 27-jährigen Sohn und weiteren Mittätern – in die Bundesrepublik eingereist und lieh sich Fahrzeuge bei unterschiedlichen Autovermietungen. Außerdem wertete er im Internet Traueranzeigen aus, um in Abwesenheit der Hinterbliebenen, während der Beerdigungsfeierlichkeiten, in deren Häuser einzubrechen. Die Ermittlungen ergaben, dass die Täter ihre Fahrzeuge in Tatortnähe abstellten und durch ein Fenster des Hauses der jeweiligen Traueranschrift blickten, einen „Kontrollanruf“ tätigten, oder das Haus beobachteten, um sicherzugehen, dass niemand daheim ist. Dann stiegen sie auf verschiedene Weise in die Häuser ein und stahlen Wertgegenstände – in der Regel Geld oder Schmuck.

Hannover

Am 16.11.2011 kontrollierten Beamte der Polizeiinspektion Mitte an der Scholvinstraße zwei mutmaßliche Wohnungseinbrecher. Nach dem Auffinden von Diebesgut in einem von ihnen genutzten Leihwagen, nahm die Polizei den 27-Jährigen (Sohn des genannten Haupttäters) und einen 25-Jährigen fest. Das Diebesgut stammte aus einem Einbruch in ein Wohnhaus an der Straße Im Eichengrund in Laatzen (wir haben berichtet).

Am 01.12.2011 gegen 14:00 Uhr hatte sich an der Rembrandtstraße in Isernhagen ein ähnlicher Fall ereignet. Unbekannte versuchten in ein Einfamilienhaus einzubrechen, scheiterten aber an den vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen. Die Familie des 66-jährigen Hauseigentümers befand sich – genau wie während des Einbruchs in Laatzen – zum Tatzeitpunkt bei einer Trauerfeier. Die Kriminalpolizei Hannover nahm aufgrund der Tatzusammenhänge umfangreiche Ermittlungen auf und deckte überregionale Parallelen zu weiteren Einbrüchen auf.

Die Festnahme

Im Rahmen der Ermittlungen stellten die Beamten die erneute Einreise des 46-Jährigen am 15.02.2012 fest. Diesmal hielt er sich alleine in Deutschland auf. Auch in diesem Fall mietete er sich in Greifswald ein Fahrzeug und brach noch am gleichen Tag in ein Haus in Hollen bei Bremerhaven ein, das während einer Beerdigung leer stand. Am Donnerstag, den 16.02.2012, löste der mutmaßliche Täter bei dem Versuch ein Wohnhaus in Hohenwestedt (Schleswig-Holstein) aufzubrechen die Alarmanlage aus und flüchtete zunächst. Wenig später gelang ihm eine weitere Tat in Behrendorf (Schleswig-Holstein), nach der ihn Beamte eines Mobilen Einsatzkommandos (MEK) aus Kiel an der Raststätte „Hüttener Berge“ festnahmen.

Die Polizei wirft dem 46-Jährigen insgesamt elf Einbrüche in Niedersachsen und Schleswig-Holstein vor. Freitag erließ ein Richter in Hannover Untersuchungshaftbefehl. Sein Sohn befindet sich derzeit nicht in Deutschland. Auch die Ermittlungen zu den weiteren teils noch unbekannten Mittätern dauern an.

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