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Abbruch des Pilotprojekt Body-Cams in NRW

Düsseldorf | Sie sollten dem Schutz der Polizeikräfte in NRW dienen und die Angriffe gegen Vollzugsbeamte verringern: Body-Cams. Doch das Ministerium des Innern des Landes Nordrhein Westfalens informierte Ende Februar die Mitglieder des Innenausschusses des Landtags über die „Vorzeitige Beendigung des Pilotprojekts zur Erprobung des Einsatzes von Bodycams im täglichen Polizeidienst“. Wie aus dem Bericht, dem SEnews. vorliegt, gehen jedoch massive Probleme mit der Hardware hervor. So soll die Reparaturquote bei ca. 45 % liegen. In 36 Fällen kam es zu Bildschirmrissen und in 12 Fällen zum Bruch bzw. Ablösung des Kamerakopfes.

Reul: „Zu schwer, zu störanfällig“

Nach Angaben von NRW Innenminister Hermann Reul (CDU), seien die Kameras „ständig störanfällig“ und „ungeheuer schwer„. Nachdem am 10. April der damalige NRW Innenminister Ralf Jäger (SPD) bekannt gab, dass Polizisten mit Body-Cams auf Streife gehen sollen – SEnews. berichtete, startete am 01.05.2017 der Betrieb der körpernah getragenen Aufnahmegeräte in insgesamt sechs Polizeiwachen der fünf Pilot-Polizeibehörden. Dazu wurden insgesamt 183 Body-Cams des Herstellers ‚Reveal‘ ausgegeben.

Bodycams der Firma Reveal | Foto Archiv: © Tomas Moll

Wie aus dem Statusbericht des Landesamts für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW (LZPD) vom 12.12.2017 deutlich wird, kritisieren die im Pilotprojekt eingesetzten Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten (PVB) die technische Ausstattung, insbesondere aber die Trageweise der Body-Cams.
Das Tragesystem „mittels Magnetplatte wird als besonders problematisch bewertet und in Kombination mit der Kamera als zu schwer“ empfunden.
Jedoch gerade dieses Tragesystem mit Magnetplatte sei nach Angaben von Minister Reul explizit durch die Vorgängerregierung ausgewählt worden.

Derzeit betreibt das LZPD eine umfassende Marktschau von alternativen Kamera- und Trägersystemen. Nach Vorlage der Ergebnisse des Testverfahrens und der erstellten Leistungsbeschreibung des LZPD wird Anfang des II. Quartals 2018 eine Ausschreibung für den Beginn einer flächendeckenden Ausstattung erfolgen, so das MIK NRW. Anschließend könnten Geräte anderer Hersteller eingesetzt werden, wie etwa die Body-Cams von ‚Zepcam‘ wie im Einsatz in Hessen, von ‚Axon‘ oder ‚Motorola‘.

LESEN SIE HIER: Body-Cam Systeme im Vergleich

Unabhängig davon seien laut dem Bericht, die ersten Einsatzerfahrungen positiv und bestätigten das grundsätzliche Potenzial der Body-Cams zur Deeskalation. Bis zum 01.05.2019 soll der Abschlussbericht inklusive des wissenschaftlichen Untersuchungsberichtes vorliegen.

 

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