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Sig Sauer liefert Sturmgewehre an Polizei Schleswig-Holstein

Kiel/Eckenförde | Die Polizei in Schleswig-Holstein erhält ab 2018 insgesamt 522 neue Mitteldistanzgewehre vom Typ MCX des Herstellers Sig Sauer, wie das Innenministerium am Freitag in Kiel mitteilte. Damit ist Schleswig-Holstein die zweite deutsche Polizeibehörde die sich für das modulare Multikaliber-Sturmgewehr entschied. Nachdem Anfang Oktober der Vertrag mit der Hauptstadtbehörde unterzeichnet wurde, teilte das Unternehmen mit, noch bis Dezember 415 Gewehre nach Berlin zu liefern – wir berichteten. Davon sollen 300 an die Direktion Einsatz sowie 115 an das Spezialeinsatzkommando (SEK) ausgeteilt werden.

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Wie ein Ministeriumssprecher in Kiel sagte, habe die Waffe am besten den in der Ausschreibung der Landespolizei genannten Kriterien entsprochen. Der Auftrag inklusive dem benötigten Zubehör habe ein Volumen von 1,2 Millionen Euro.

Innen-Staatssekretär Torsten Geerdts sagte: “Ich freue mich, dass wir nun eine Mitteldistanzwaffe haben, welche die hohen Anforderungen unserer Landespolizei erfüllt.” Die Ausstattung sei notwendig, damit die Polizeikräfte die Bürger und natürlich auch sich selbst im Fall von mit vergleichbaren Waffen durchgeführten Attentaten verteidigen können.

Keine Angebotsabgabe bei Bundeswehrausschreibung

SIG Sauer wird kein Angebot im Rahmen der derzeitigen Ausschreibung der Bundeswehr zur Beschaffung eines neuen Sturmgewehres abgeben. “Wir haben sehr moderne und wettbewerbsfähige Produkte und konnten faire Ausschreibungen in Deutschland wie auch im Ausland für uns entscheiden” so SIG Sauer Geschäftsführer Franz von Stauffenberg.

SIG Sauer wäre als Lieferant für die Bundeswehr ein großer Gewinn. Aber an einer Ausschreibung, deren Rahmenbedingungen wie auch Handling dazu so klar auf einen Wettbewerber zugeschnitten sind, werden wir uns jedoch nicht mit der Abgabe eines Angebotes beteiligen, auch wenn es uns schwer fällt” kritisiert von Stauffenberg den Ausschreibungsprozess. Damit möchte das Unternehmen auf die, nach seiner Einschätzung, wettbewerbsnachteiligen Formulierungen weiter Teile der Ausschreibung reagieren, wie ein Unternehmenssprecher am Freitag mitteilte. Die technischen Anforderungen der Ausschreibung seien so klar und eindeutig auf den Wettbewerber Heckler & Koch zugeschnitten, dass sich SIG Sauer keine Chancen ausrechnet, den Zuschlag zu bekommen.

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