Spezialeinheiten intern

Größter SEK Einsatz des Landes Baden-Württemberg

Pforzheim – Die Polizei hat in den frühen Morgenstunden (13.12.2010) eine Razzia gegen den Rockerklub Hells Angels durchgeführt. Dabei wurden 22 Wohnungen und vier Gebäude des Klubs in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern durchsucht.

Insgesamt waren rund 900 Polizisten von Spezialeinsatzkommandos (SEK), Mobilen Einsatzkommandos (MEK), der Bereitschaftspolizei aus mehreren Bundesländern und auch acht Staatsanwälte aus Pforzheim dabei. Die Großaktion steht in direktem Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung zwischen den Rockergruppen Hells Angels und United Tribuns Ende November in Pforzheim. Dabei waren mindestens drei Bandenmitglieder verletzt worden, eins davon lebensgefährlich. Mehr als 20 Verdächtige waren danach festgenommen worden.

Bei der Auseinandersetzung gab es nach Angaben der Polizei unter anderem einen gezielten Schuss auf ein Mitglied der Tribuns. Deshalb wird die Staatsanwaltschaft Pforzheim Haftbefehl gegen ein Mitglied der Hells Angels wegen versuchten Mordes erlassen. Ziel der Durchsuchungsaktion war es laut Staatsanwaltschaft, weiteres Beweismaterial und Waffen zu sichern.

Am Nachmittag will die Pforzheimer Polizei weitere Einzelheiten zum Schlag gegen die Rockerbande bekannt geben.

Video zum größten SEK Einsatz des Landes Baden-Württemberg

Bildergalerie zum SEK Einsatz – Das Vereinsheim der Hells Angels an der Karolingerstraße wurde durchsucht – 1
Bildergalerie zum SEK Einsatz – Das Vereinsheim der Hells Angels an der Karolingerstraße wurde durchsucht -2
Abschlussbericht der Polizeidirektion Pforzheim

Erfolgreicher Polizeieinsatz gegen die Hells Angels in Pforzheim
Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe, Zweigstelle Pforzheim und die Polizeidirektion
Pforzheim geben bekannt:

Unter Führung der Polizeidirektion Pforzheim wurden am heutigen frühen Morgen insgesamt 28 Durchsuchungsobjekte von Hells Angels Mitgliedern durchsucht.
Davon waren 16 Objekte im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Pforzheim, neun weitere Objekte in Baden-Württemberg (drei PP Karlsruhe, zwei PD Rastatt–Baden Baden, zwei PD Ravensburg, ein PD Calw und ein PD Offenburg), sowie in Rheinland-Pfalz (zwei KI Ludwigshafen) und in Bayern (ein PI Lindau).

Dabei wurden auch das Clubhaus der Hells Angels, eine Gaststätte und ein Bordell in Pforzheim, sowie ein weiteres Bordell in Bruchsal durchsucht.
Es wurden insgesamt 18 Personen des HAMC Charter Borderland, darunter der Präsident und der Vize-Präsident zunächst festgenommen.
Zwei Hells Angels erlitten bei den Festnahmen leichte Verletzungen. Polizeibeamte oder Unbeteiligte wurden nicht verletzt.

Eingesetzt waren neben starken Kräften der Polizeidirektion Pforzheim rund 400 Beamte von Spezialeinsatzkommandos (SEK), mehrere Mobile Einsatzkommandos (MEK) und

Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) der Bereitschaftspolizei.

Insgesamt waren über 900 Polizeibeamten und acht Staatsanwälte im Einsatz.

Wie bereits mitgeteilt, wurden die richterlichen Durchsuchungsbeschlüsse in Ermittlungsverfahren gegen Mitglieder der Hells Angels und ihre Unterstützer (Supporter Commando 81), erlassen.

Hintergrund ist eine Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern und Unterstützern der Hells Angels auf der einen und Angehörigen der Türstehervereinigung United Tribuns auf der anderen Seite, die am 27.11.2010 in Pforzheim stattfand. Bei der gewalttätigen Auseinandersetzung kam es mindestens zu einem gezielten Schuss aus einer scharfen Schusswaffe auf Mitglieder der „United Tribuns“. Zugleich wurde ein Mitglied der Hells Angels durch einen Messerstich lebensgefährlich verletzt. Zwei weitere Personen erlitten
Kopfverletzungen durch Hiebwaffen.
Im Zuge der Ermittlungen wurde zudem bekannt, dass die Hells Angels des in Pforzheim ansässigen Charters Borderland einen konkreten Racheakt planen und führende Köpfe der United Tribuns töten wollen.

Ziel der Durchsuchungen war es, weitere Beweismittel, insbesondere Waffen und Dokumente zu finden, mit denen sich der bestehende Verdacht gegen die Beschuldigten erhärten lässt.
Hierbei konnten nach Abschluss der Durchsuchungen in den Wohnungen nachfolgende Gegenstände aufgefunden werden:

  • Neun scharfe Schusswaffen, darunter eine abgesägte Schrotflinte mit zugehöriger Munition.
  • 1 Funkscanner
  • Mehrere Molotow-Cocktails
  • 4 Samurai-Schwerter
  • 1 Machete
  • zahlreiche Hieb- und Stosswaffen
  • zahlreiche Munition
  • Umfangreiche Informations- und Kommunikationstechnik.

Die Staatsanwaltschaft Pforzheim prüft im Hinblick auf die Auseinandersetzung vom 27.11.2010 und den bei der heutigen Aktion aufgefundenen beweiserheblichen Gegenständen u. a. folgende Tatbestände:

  • Versuchter Mord in Mittäterschaft
  • Verabredung zum Mord
  • Schwerer Landfriedensbruch
  • Verstöße gegen das Waffengesetz
  • Gefährliche Körperverletzungen
  • Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz

Gegen zwei Mitglieder der Hells Angels hat die Staatsanwaltschaft beim zuständigen Amtsgericht Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragt.

Polizeidirektion Pforzheim

ArchivFoto: © Peter Beckmann | WestfälischeNachrichten

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