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Großrazzia bei Osmanen Germania BC

Vereinsrechtliche Ermittlungsmaßnahmen gegen den Verein "Osmanen Germania BC"

Bundesweit | Mit rund 800 Einsatzkräften der Polizei wurden am Dienstagmorgen allein in NRW insgesamt 41 Wohnungen und Geschäftsräume des Vereins „Osmanen Germania BC“ und seiner Mitglieder durchsucht. Auf Anordnung des geschäftsführenden Bundesministers des Innern Dr. Thomas de Maizière (CDU) finden auf Grundlage von § 4 Abs. 2 Vereinsgesetz die vereinsrechtlichen Ermittlungsmaßnahmen gegen den Verein „Osmanen Germania BC“ statt. Es bestehe der dringende Verdacht, dass Zweck und Tätigkeit des Vereins gegen Strafgesetze verstoßen, heißt es aus dem Bundesinnenministerium.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) | Archiv-Foto: © Tomas Moll

Minister de Maizière erklärte hierzu: „Bund und Länder zeigen mit den heutigen Maßnahmen, dass wir kriminelle Aktivitäten egal vor welchem gesellschaftlichen Hintergrund nicht dulden. Mit der Maßnahme zeigen wir einmal mehr, dass unser Rechtsstaat entschieden und konsequent gegen jedwede Form der Kriminalität vorgeht.

Maßnahmen gegen vermeintlichen Boxclub in drei Bundesländern

Die Durchsuchungen im Auftrag des BMI finden in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen statt. Der „Osmanen Germania BC“ hat aktuell im gesamten Bundesgebiet 22 Ortsgruppen (sog. „Chapter“). Ein großer Teil der rund 300 Mitglieder hat türkische Wurzeln. Der Verein bezeichnet sich als Boxclub (BC) und gibt vor, Jugendliche „von der Straße holen“ zu wollen. Tatsächlich aber liegt dessen gemeinsamer Zweck in der gewalttätigen Gebiets- und Machtentfaltung sowie in der Selbstbehauptung gegenüber konkurrierenden rockerähnlichen Gruppierungen.

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Spezialeinsatz- und Spezialkräfte im Einsatz

An einigen Durchsuchungsorten setzte die Polizei Spezialeinsatzkräfte (SEK) sowie Spezialkräfte ein, da die betroffenen Rocker als gefährlich eingeschätzt werden. In der Vergangenheit kam es wiederholt zu schweren Körperverletzungs- und versuchten Tötungsdelikten vor allem bei Auseinandersetzungen mit der mittlerweile aufgelösten kurdischen rockerähnlichen Gruppierung „Bahoz“.

NRW Innenminister Herbert Reul (CDU) | Foto: Archiv © Tomas Moll

Wir beobachten die Szene sehr genau und lassen uns von diesen Organisationen nicht blenden„, machte NRW Innenminister Reul deutlich. „Ich freue mich, dass der Bundesinnenminister so konsequent gegen kriminelle Rockerbanden vorgeht. Das liegt voll auf unserer nordrhein-westfälischen Null-Toleranz-Linie„, erklärte Reul. „Nach meinem ersten Eindruck hat die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern in diesem Fall außerordentlich gut funktioniert.

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