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Bundesweiter Einsatz von Spezialeinheiten | Großer Schlag gegen Drogenkriminalität

Indoorplantage | Foto: Archiv

Heinsberg – Begonnen hatte alles im Juli 2011 in München, als die Münchener Kriminalpolizei die Wohnung eines 22-jährigen Mannes durchsuchte. Dabei erhärtete sich der Verdacht, dass der Münchener eine Paketsendung mit Rauschgift erhalten sollte. Kurz darauf gelang es der Münchener Kripo das erwartete Paket, in dem sich 6 Kilogramm Marihuana befanden, sicherzustellen. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der 22-Jährige bereits zuvor insgesamt ca. 100 Kilogramm Marihuana jeweils in Paketen zu 5 Kilogramm erhalten hatte. In seiner Vernehmung gab er den Polizisten gegenüber an, dass er die Betäubungsmittel über einen Dealer aus Berlin bezogen habe. Das meiste Geld hätte er nach dem Verkauf der Rauschgifte an einen Mann in Mönchengladbach weiter geleitet. Da dass sichergestellte Paket aus dem Kreis Heinsberg verschickt wurde, verlagerten sich die Ermittlungen nach Nordrhein Westfalen. Zwar war die auf dem Paket angegebene Person nicht existent, doch die Ermittler der Heinsberger Polizei fanden heraus, dass zwischen Mai 2010 und Juli 2011 insgesamt 84 Pakete aus dem Kreis Heinsberg verschickt worden waren. Darin waren nach heutigem Kenntnisstand etwa 500 Kilogramm Betäubungsmittel, überwiegend Marihuana, im Straßenverkaufswert von über 5 Millionen Euro enthalten. Die Lieferungen gingen an Privat- und Firmenanschriften, unter anderem in Berlin, München, Karlsruhe, Schweinfurt und Würzburg. So kamen die Ermittler auch einem weiteren Abnehmer aus München auf die Spur, der ebenfalls ca. 100 Kilogramm der Rauschgifte aus dem Kreis Heinsberg erworben hatte.

Bereits wenige Tage nach der Sicherstellung des Münchener Pakets konnte der Absender identifiziert werden. Es handelte sich um einen 26-jährigen Mann aus Wegberg.

Nun schlossen sich umfangreiche polizeiliche Ermittlungen, die zum Teil verdeckt geführt wurden, an und dehnten sich über den Kreis Heinsberg nach Mönchengladbach sowie in die Niederlande aus. Schnell war den Beamten klar, dass die Rauschgifte aus dem deutsch/niederländischen Grenzgebiet stammen mussten. So führte die Spur weiter zu einem 31-Jährigen Deutschen aus Roermond/NL, einem 36jährigen aus Wassenberg und dem bereits in München angezeigten 38-jährigen Mönchengladbacher. Während der Wegberger für den Versand der Pakete zuständig war, unterhielten die drei anderen Kontakte zu den Abnehmern und organisierten die Transporte. Der in den Niederlanden lebende 31-Jährige steht im Verdacht, die benötigten Betäubungsmittel bei Dealern in den Niederlanden besorgt zu haben.

Wie sich weiter herausstellen sollte, wurden die Rauschgifte nicht nur per Post sondern auch mit Fahrzeugen in der Bundesrepublik verteilt. Bei einer Kontrolle am 16.09.2011 ging den Fahndern auf der Autobahn 61 nähe Kerpen ein 28-jähriger Mann aus Wassenberg ins Netz. In seinem Fahrzeug wurden 6 Kilogramm Marihuana gefunden und sichergestellt. Ein Richter ordnete die Untersuchungshaft des Kuriers an.

Anfang Oktober waren die Recherchen soweit vorangeschritten, dass sich die Beamten sicher waren, die Struktur enttarnt und die Hauptverantwortlichen ermittelt zu haben. Deshalb startete am 14. Oktober bundesweit und in den Niederlanden eine groß angelegte Durchsuchungs- und Festnahmeaktion, bei der auch Spezialkräfte der Polizei eingesetzt wurden. In Heinsberg, Mönchengladbach, München, Berlin, Karlsruhe, Würzburg, Schweinfurt und Roermond/NL wurden die Beamten fündig. Auch auf der Autobahn 61 konnten am gleichen Tag Kuriere mit Bargeld für eine weitere Lieferung gestoppt werden. Bei diesem Einsatz sind, zu den beiden bereits in Haft befindlichen Männern, weitere 13 Personen festgenommen und 11,2 Kilogramm Rauschgifte sowie mehrere tausend Euro Drogengeld sichergestellt worden.

Gegen alle festgenommenen Personen wurden am 15.10.2011 Untersuchungshaftbefehle durch die Amtgerichte Aachen, München und Schweinfurt erlassen.

Nur durch die enge und professionelle Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Staatsanwaltschaften und den verschiedenen Polizeibehörden in der Bundesrepublik sowie in den Niederlanden, gelang den Ermittlern dieser Schlag gegen die Drogenkriminalität.

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