Symbolfoto Polizei Bayern

Laufach/München – Mehrfache gezielte Angriffe auf einen Laufacher Autohändler riefen die Ermittler für Waffen- und Sprengstoffdelikte im Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) auf den Plan.
Der Höhepunkt der Angriffe war am 21.11.2011 durch Zündung einer Splitterhandgranate unter dem Pkw der Lebensgefährtin am Wohnhaus erreicht. Verletzt wurde durch die Handgranate glücklicherweise niemand.

Bereits seit Anfang Dezember 2011 hatten die Spezialisten aus München in Aschaffenburg ihre Büros bezogen, um vor Ort eng mit der Kriminalpolizei Aschaffenburg in einer Ermittlungsgruppe zusammenzuarbeiten.

Die Ermittlungsgruppe konnte dann auch schon im Januar 2012 zunächst die Auftraggeber des Anschlags identifizieren und festnehmen. Es handelte sich um zwei Kfz-Zwischenhändler, die durch gezielte Einschüchterungsversuche den Laufacher Autohändler zur Begleichung offener Forderungen in Höhe von ca. 400.000 Euro bewegen wollten.

Dafür hatten sich die Auftraggeber an einen 41-jährigen Iraner aus der Türsteherszene Frankfurt/Offenbach gewandt, der ihnen schließlich den Kontakt zu einer osteuropäischen Gruppierung herstellte, die bereit war, die offenen Forderungen „nachdrücklich“ durchzusetzen.

Nachdem die Auftraggeber einige tausend Euro „Lohn“ an die osteuropäische Gruppierung bezahlt hatten, wurde der Autohändler in seiner Firma in Bessenbach von drei maskierten Tätern überfallen und mit Schlagstöcken erheblich verletzt.

Aber auch der Überfall erbrachte nicht die von den Auftraggebern erwünschte Verbesserung der „Zahlungsmoral“ des Autohändlers, so dass nochmals mehrere tausend Euro an die osteuropäische Gruppierung flossen. Durch den Wurf einer Handgranate sollte der „Zahlungsdruck“ auf den Geschädigten weiter erhöht werden.

Durch intensive Ermittlungen gelang es den Kriminalbeamten des LKA und der Kripo Aschaffenburg Mitte April 2012, den 41-jährigen iranischen Vermittler ausfindig zu machen und in Aschaffenburg festzunehmen.

Anfang Mai klickten dann auch bei den drei Haupttätern im Rahmen eines Großeinsatzes die Handschellen. Es handelt sich hierbei um zwei 31- bzw. 37-jährige Osteuropäer sowie einen 41-jährigen iranischen Staatsangehörigen, die bereits mehrfach wegen zum Teil massiver Gewaltdelikte polizeilich in Erscheinung getreten sind.

Bei den anschließenden Durchsuchungen wurde umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt und zudem auch noch ein Schlagring, ein Schlagstock, über 1000 Euro Falschgeld und geringe Mengen Rauschgift entdeckt.

An dem Einsatz waren insgesamt etwa 150 Polizei- und Kriminalbeamte beteiligt. Unterstützt wurden die bayerischen Kräfte auch von Spezialeinsatzkräften und Diensthundeführern aus Hessen.